Informationen zur Neu-Verabschiedung des Psychotherapeutengesetzes und zur psychotherapeutischen Ausbildung

 

 

Durch die Neu-Verabschiedung des Psychotherapeutengesetzes wird sich die psychotherapeutische Ausbildung und die anschließende Weiterbildung in Zukunft verändern.

Hier finden sie die wichtigsten Informationen dazu.

 

1. Auswirkungen der Gesetzesänderung auf Interessenten der Psychotherapieausbildung

2. Aufbau der Ausbildung nach dem Psychotherapeutengesetz von 1998 und die darauf basierenden Ausbildungsmöglichkeiten bis 2032

3. Aufbau der zukünftigen Aus- und Weiterbildung für Psychotherapeut*innen

4. Wie lange dauert der Weg zum Psychotherapeuten (Vergleich des zeitlichen Aufwands)

5. Sozialrechtliche Anerkennung der Systemischen Therapie

6. Gute Gründe für eine Psychotherapieausbildung beim ifs

 

 

 

1. Auswirkungen der Gesetzesänderung auf Interessenten*innen der Psychotherapieausbildung

1.1 Was für Schüler*innen wichtig ist:

 

Wer ab dem Wintersemester 2020 ein Studium beginnen will, muss ein Studium der „Psychotherapie“ beginnen. Die genaue Bezeichnung des Studiengangs steht an vielen Hochschulen noch nicht fest. Er wird aber an den psychologischen Fakultäten der Universitäten angeboten werden. Für diejenigen, auf die das zutrifft, gibt es keine Möglichkeit mehr die postgraduale Ausbildung zum*r Psychotherapeut*in zu absolvieren.
1.2 Wenn man bereits Student*in ist, ist wichtig zu wissen:

Alle Student*innen, die vor dem Wintersemester 2020 in ein Studium der Psychologie gestartet sind oder ein Studium der Sozialen Arbeit, Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaft aufgenommen haben, können wie bisher die postgraduale Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin beginnen.

  • Für den Bereich Psychologische Psychotherapie kann zugelassen werden, wer vor dem 01. September 2020 ein Bachelorstudium Psychologie begonnen hat oder sich in einem Bachelor- oder Masterstudium Psychologie (inklusive klinischer Psychologie) befindet oder wer ein solches Masterstudium gerade oder in der Vergangenheit abgeschlossen hat.
  • Für den Bereich Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie kann zugelassen werden, wer vor dem 01. September 2020 ein Bachelorstudium Soziale Arbeit, Pädagogik, Erziehungswissenschaften oder Psychologie (inklusive klinischer Psychologie) begonnen hat oder sich in einem Bachelor- oder Masterstudium Soziale Arbeit, Pädagogik, Erziehungswissenschaften oder Psychologie (inklusive klinischer Psychologie) befindet oder ein solches Masterstudium gerade oder in der Vergangenheit abgeschlossen hat.

Approbationsprüfungen im Rahmen dieses Ausbildungsablaufs (Studium + postgraduale Ausbildung) können noch bis 2032 abgelegt werden, in begründeten Ausnahmen bis 2035.

Das ifs wird mit seinen Ausbildungen in Psychologischer Psychotherapie und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie noch bis 2027 beginnen. Weitere Informationen dazu unter: www.ifs-essen.de/aus-weiterbildung/ausbildung-psychotherapie

1.3 Wenn Sie Ihr Studium bereits abgeschlossen haben und/oder schon berufstätig sind:

Bis 2027 ist es in diesem Fall noch möglich, eine Ausbildung mit dem Ziel der Approbation aufzunehmen. Sie benötigen dazu den Abschluss eines zugelassenen Studiums (s.o.). Nach 2027 wird es diese Möglichkeit nicht mehr geben. Wenn Sie primär psychotherapeutisch arbeiten möchten und/oder sich selbständig machen möchten, ist die Ausbildung mit anschließender Approbation der eindeutig beste Weg. Durch die sozialrechtliche Anerkennung der systemischen Therapie für Erwachsene besteht die Möglichkeit, in diesem Tätigkeitsfeld einen Kassensitz zu erhalten und darüber im Rahmen der gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es eine Sonderbedarfszulassung für systemische Therapeutinnen geben. Dadurch werden Kolleg*innen mit einer Approbation und einer Fachkunde in systemischer Therapie zeitnah einen Kassensitz erhalten. Die sozialrechtliche Anerkennung der Systemischen Therapie für Kinder und Jugendliche wird in den kommenden 2-3 Jahren erwartet.

Informationen zur Ausbildung finden Sie hier: www.ifs-essen.de/aus-weiterbildung/ausbildung-psychotherapie 

2. Aufbau der Ausbildung nach dem Psychotherapeutengesetz von 1998

In dieser Form wird die Ausbildung beim ifs bis 2027 starten. Die Ausbildung ist postgradual, das heißt mit einem Masterabschluss oder Diplom in Psychologie (mit dem im Zeugnis ausgewiesenen Prüfungsfach klinische Psychologie) kann eine Ausbildung zum/zur Psychologischen Psychotherapeut*in begonnen werden. Mit einem Masterabschluss oder Diplom in Psychologie, Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften oder Sozialpädagogik kann eine Ausbildung zum/zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*in begonnen werden.

Ob ein anderer Abschluss zugelassen wird, entscheidet das Landesprüfungsamt. Die detaillierten Regelungen sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich.

Die Ausbildung dauert mindestens 3 Jahre. Sie kann aber auch 5 oder mehr Jahre dauern. Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Mit der Ausbildung wird gleichzeitig die Fachkunde erworben, mit der die Abrechnung mit den Krankenkassen möglich wird. Den genauen Aufbau der Ausbildung beim ifs, die Kosten, Inhalte etc. finden Sie hier: www.ifs-essen.de/aus-weiterbildung/ausbildung-psychotherapie

Das ifs führt jährlich mindestens 6 Informationsveranstaltungen zur psychotherapeutischen Ausbildung durch und beginnt im Frühjahr und im Herbst mit einer Ausbildungsgruppe.

 

 

3. Aufbau der zukünftigen Aus- und Weiterbildung für Psychotherapeut*innen

Mit dem neuen Gesetz zur Reform der Psychotherapieausbildung, das am 01. September 2020 in Kraft treten wird, wird Psychotherapie ein eigenständiger Studiengang mit Bachelor-Master-Struktur, der nach dem Abitur begonnen werden kann und mit der staatlichen Approbationsprüfung abschließt. Daran schließt sich eine 5 jährige Weiterbildung an. Diese ist Voraussetzung den Arztregistereintrag und die Qualifikation zum Fachpsychotherapeuten. Die Weiterbildung qualifiziert für die Psychotherapeutische Arbeit in einer Altersgruppe und in mindestens einem Verfahren. Die Weiterbildung wird jeweils in einem anerkannten Psychotherapieverfahren angeboten - zum Beispiel in Psychoanalyse oder Systemischer Therapie. Diese Weiterbildung ist auch Voraussetzung, um die sogenannte Fachkunde zu erlangen, mit der die Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen mit Krankenkassen möglich wird.

Das zukünftige Studium der Psychotherapie an den Fakultäten für Psychologie wird ab Wintersemester 2020 als akademisches, konsekutives Studium angeboten. Es erfolgt in einer Bachelor-Master-Struktur und dauert mindestens 5 Jahre (3 Jahre Bachelor, 2 Jahre Master). Die Bachelorstudiengänge sind polyvalent gestaltet. Es sollen alle wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren unterrichtet werden. Es scheint sinnvoll zu sein, sich vorab an der jeweiligen Hochschule zu informieren, wie die einzelnen Psychotherapierichtungen in Umfang und Struktur (Lehrstühle und Qualifikation der Dozenten) unterrichtet werden. Das Studium soll alle Patienten-Altersgruppen abdecken. Es schließt mit der Approbationsprüfung ab. Die Berufsbezeichnung nach dem Psychotherapiestudium und der Approbation, wird „Psychotherapeut/Psychotherapeutin“ heißen.

Ist die abschließende Approbationsprüfung bestanden, besteht damit die Berechtigung die anschließende Weiterbildung zum/zur Fachpsychotherapeut*in zu besuchen. Sie dauert 5 Jahre (voraussichtlich 2 Jahre im stationären und 2 Jahre im ambulanten Setting und 1 Jahr fakultativ im institutionellen Kontext).

Die Weiterbildung zum/zur Fachpsychotherapeut*in wird hauptberuflich, d.h. im Rahmen einer angestellten Berufstätigkeit erfolgen (auch die Möglichkeit einer Teilzeitweiterbildung ist angestrebt). Inhaltlich wird die Weiterbildung zum einen in einer „Gebiets“-Weiterbildung für die Gebiete Erwachsene beziehungsweise Kinder und Jugendliche erfolgen und zum anderen in einem (spezifischen) Psychotherapieverfahren. Am Ende der Weiterbildung lautet die Berufsbezeichnung dann „Fachpsychotherapeutin für Erwachsene (Systemische Therapie)“ oder „Fachpsychotherapeutin für Kinder und Jugendliche (Systemische Therapie)“ usw.

 

 

4. Wie lange dauert der Weg zum Psychotherapeuten (Vergleich des zeitlichen Aufwands)

1. Studium der Psychotherapie und anschließende Weiterbildung (möglich ab September 2020)
Psychotherapie - Bachelor - Master 5 Jahre
Psychotherapie-Weiterbildung 5 Jahre
gesamt 10 Jahre
2. Postgraduale Ausbildung (letzter Ausbildungsdurchgang startet 2027)
Studium Psychologie, Erziehungswissenschaften, etc. 5 Jahre
Psychotherapie-Ausbildung 3 - 4 Jahre
gesamt8 - 9 Jahre

5. Sozialrechtliche Anerkennung der Systemischen Therapie

Am 22.11.2019 wurde der Prozess der sozialrechtlichen Anerkennung der Systemischen Therapie für Erwachsene abgeschlossen. Im Januar 2020 wurde die veränderte Psychotherapierichtlinie im Bundesanzeiger veröffentlicht und ist damit in Kraft getreten. Die sozialrechtliche Anerkennung für Kinder und Jugendliche wird zur Zeit durch den G-BA geprüft. Wir hoffen auf eine Entscheidung diesbezüglich im Verlauf der nächsten 3 Jahre.

Systemische Therapie für Erwachsene ist nun Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen – neben den bisher zugelassenen psychoanalytisch begründeten Verfahren und der Verhaltenstherapie. Systemische Therapie deckt den gesamten Bereich der psychischen Störungen ab und mit den jetzt verabschiedeten Rahmenbestimmungen werden ihr vergleichsweise kurze Behandlungszeiten zugetraut.

Noch vor wenigen Jahren hätte damit niemand ernsthaft gerechnet. Durch das berufspolitische Engagement der beiden systemischen Dachverbände, vieler Unterstützer aus dem Gesundheitswesen und Vertreter aus der Politik, ist die Systemische Therapie das erste Psychotherapieverfahren, dass nach der Einführung des Psychotherapeutengesetzes im Jahr 1998 sozialrechtlich anerkannt wurde.

 

Die Psychotherapierichtlinie sieht 36 Stunden einschließlich Gruppentherapie in Doppelstunden vor. Die Höchstgrenze liegt bei 48 Stunden. Für die Systemische Therapie ist das Mehrpersonensetting in die Psychotherapierichtlinie eingeführt worden.

 

 

6. Gute Gründe für eine Psychotherapieausbildung beim ifs

  • Wir haben über 30 Jahre Erfahrung in der Weiterbildung systemischer Therapeuten. Bereits seit 2010 bilden wir Psychotherapeuten aus.
  • In den letzten 30 Jahren haben über 3.500 Teilnehmer*innen ihre Weiterbildung bei uns erfolgreich abgeschlossen.
  • Wir bieten zum einen die Psychotherapieausbildung an, werden aber auch die zukünftige Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten anbieten.
  • Wir sind seit ihrer Gründung fest in den Systemischen Dachverbänden verankert und gehören auch dem systemischen Instituteverbund an. Wir sind berufspolitisch stark engagiert und involviert und daher immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung.
  • Die Ausbildung mit einem praxisorientierten Curriculum erfolgt zu ca. 50% in festen Gruppen und zu 50% in Workshopgruppen und wird durch qualifizierte Dozent*innen, Supervisor*innen und Selbsterfahrungsleiter*innen begleitet.
  • Das ifs bietet sowohl die Möglichkeit einer Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten wie auch zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten an. In unseren Ausbildungsgruppen werden Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zusammen in einer Gruppe unterrichtet, sodass ein noch breiteres Wissen entsteht und Synergieeffekte genutzt werden können.
  • Die Ausbildung ist stark praxisorientiert und will Sie in der Entwicklung Ihrer individuellen Therapeutenpersönlichkeit unterstützen und fördern. • Unsere Ausbildung ermöglicht es, die unterschiedlichen systemtherapeutischen Richtungen kennenzulernen, eröffnet aber auch einen Einblick in die Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Verfahren, Hypnotherapie, emotionsfokussierte Therapie, Ego-State-Therapie u.a. therapeutische Methoden.
  • Wir zahlen im Rahmen der praktischen Ausbildung 50% des jeweiligen Kassensatzes aus.
  • Wir bieten eine persönliche Begleitung durch Ausbildungsleitung, Dozent*innen und Supervisor*innen.