Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie Antworten auf einige Fragen, die häufig von InteressentInnen für die Ausbildung gestellt werden.

Gerne stehen wir Ihnen aber auch persönlich zur Verfügung. Rufen Sie uns einfach an, wenn Sie Fragen rund um die Ausbildung haben.

 

 

 

An wen richtet sich die Ausbildung?

Das Angebot wendet sich an Sie, sofern Sie folgende Voraussetzungen mitbringen:

Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten: Gemäß Psychotherapeutengesetz können nur AbsolventInnen mit einem Diplom oder Master in klinischer Psychologie aufgenommen werden.

 

Die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten: Um die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können sich Interessierte mit einem Hochschulabschluss der Pädagogik oder Psychologie, sowie in Sozialpädagogik/-arbeit bewerben. Vorausgesetzt wird ein Diplom oder ein Masterabschluss. Für AbsolventInnen anderer pädagogischer Abschlüsse können im Einzelfall Sonderzulassungen beim Landesprüfungsamt in Düsseldorf erwirkt werden. Bitte sprechen Sie uns an.

Anmeldeverfahren

Interessenten melden sich bitte zuerst zu einem unserer Informationstage zur Ausbildung an. Diese finden regelmäßig übers Jahr verteilt statt. Danach folgen Auswahlseminare. Diese finden in der Regel 2-6 Monate vor Ausbildungsbeginn statt. Aus diesen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird dann die Ausbildungsgruppe gebildet. Für uns ist es wichtig, dass Sie sich eindeutig für das ifs und seine Ausbildung entscheiden. Das erhöht die Sicherheit, dass Sie die Ausbildung auch erfolgreich abschließen.

Wo findet die Ausbildung statt?

Das ifs hat eigene Räumlichkeiten in Essen. In den beiden Tagungshäusern des ifs in Essen-Steele und in Essen-Byfang finden die Seminare der Ausbildung statt.

Die Selbsterfahrung findet in einer Tagungsstätte im Sauerland statt.

Die Praktische Tätigkeit Teil 1 und 2 und die Praktische Ausbildung finden bei den Kooperationspartnern des ifs statt. Die Supervision findet in den Räumlichkeiten der Supervisoren statt.

Ich wohne nicht im Ruhrgebiet, ist die Ausbildung trotzdem etwas für mich?

Viele unserer Ausbildungskandidaten kommen nicht aus dem Raum Essen.

Eine Teilnahme an der Ausbildung ist trotzdem möglich, erfordert jedoch einen erhöhten Aufwand für Fahrten, da die Teilnahme an den Ausbildungsseminaren verpflichtend ist. Unter Umständen muss auch zusätzlich mit Übernachtungskosten gerechnet werden, wenn man nicht zu Hause übernachten kann.

Auch ist zu bedenken, dass im späteren Ausbildungsverlauf z.B. für Supervisionen - besonders für Gruppensupervisionen - unter Umständen weite Wege in Kauf genommen werden müssen. Es ist jedoch möglich, sowohl die praktische Tätigkeit als auch die praktische Ausbildung außerhalb der Region Ruhrgebiet zu absolvieren. 

Was ist die Approbation und welchen Vorteil bietet sie?

Die Approbation ermöglicht in Deutschland den Zugang zur Heilkunde. Es gibt sie bei Ärzten und Psychotherapeuten. Für den Bereich der Psychotherapie bedeutet die Approbation, dass heilkundliche Psychotherapie ausgeübt werden darf.

Mit der Approbation ist man Mitglied der Psychotherapeutenkammer.

Die Approbation ist Voraussetzung für die Abrechnung mit privaten und gesetzlichen Krankenkassen. Mit der sozialrechtlichen Anerkennung der Systemischen Therapie kann auch ein Kassensitz angestrebt werden.

Für viele Arbeitsstellen ist sie Einstellungsbedingung und ermöglicht eine höhere Bezahlung.

Welche Psychotherapieverfahren werden unterrichtet?

Die Ausbildung findet im Vertiefungsgebiet Systemische Therapie statt. Das heißt, der Schwerpunkt liegt in der Vermittlung systemischer Inhalte.

Inhalte und Therapierichtungen, die angeboten werden:

• Klassische familientherapeutische Zugänge, entwicklungsorientierte strukturelle, strategische und analytische Familientherapie

• Lösungsorientierte, konstruktivistische, konstruktionistische, narrative und systemische Konzepte

• Ideen aus Hypnotherapie, Psychodrama und NLP (Neurolinguistische Psychotherapie)

• Sandspieltherapie, Spieltherapeutische Ideen, Traumatherapie, Neurobiologie und Kunsttherapie werden angeboten.

• Die anderen wissenschaftlich anerkennten Verfahren Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologie werden in Grundzügen vorgestellt.

Wieviel Zeit muss ich für die Ausbildung einplanen?

Die Ausbildung ist als Vollzeitangebot konzipiert. Sie erstreckt sich auf einen Zeitraum von mindestens 3 Jahren. Es ist aber auch möglich die Ausbildung zu strecken und sich erst nach 5 oder 7 Jahren zur Prüfung anzumelden, wenn einzelne Ausbildungsabschnitte nicht in der Zeitintensität absolviert werden können oder eine Berufstätigkeit neben der Ausbildung notwendig ist. Die Ausbildung umfasst folgende Teile:

• Mind. 600 Stunden Theorie (Theorie, Training, Diagnostik, Methoden etc.), die als Blockseminare jeweils von Donnerstag bis Samstag stattfinden.

• Die Selbsterfahrung umfasst mind. 130 Stunden. Sie findet in einer Blockveranstaltung von 10 Tagen als Familienrekonstruktion und in ein dreitägiges und ein zweitägiges Blockseminar statt.

• Die Supervision umfasst 150 Stunden. Davon sind 50 Stunden Einzelsupervision und 100 Stunden Gruppensupervision. Sie beginnt ungefähr ab Mitte der Ausbildung.

• Die Praktische Tätigkeit (Praktikum) umfaßt 1200 Stunden in der Klinik (pT1) und 600 Stunden in einer ambulanten Einrichtung der Psychotherapie (pT2). Sie kann nur in Einrichtungen gemacht werden, die vom Landesprüfungsamt genehmigt sind und mit denen das ifs einen Kooperationsvertrag besitzt.

• Die praktische Ausbildung (eigene Behandlungsstunden) umfasst mind. 600 Stunden. Beginn ca. ab Mitte der Ausbildung.

• Das Wahlpflichtangebot (freie Spitze) umfasst ca. 900 Stunden.

 

Insgesamt umfasst die Ausbildung mind. 4.200 Stunden.

 

In der Praktischen Ausbildung und unter Umständen auch in der Praktischen Tätigkeit Teil 1 und Teil 2 kann ebenfalls mit einer finanziellen Entschädigung gerechnet werden.

Kann ich neben der Ausbildung noch arbeiten?

Die Ausbildung findet in Vollzeitform statt. Das bedeutet, sie ist so angelegt, dass frühestens nach drei Jahren die Ausbildung abgeschlossen werden kann. Wenn das angestrebt ist, ist keine Erwerbstätigkeit neben der Ausbildung möglich. Wenn Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich ich entscheiden die Ausbildung zu strecken, ist eine Teilzeiterwerbstätigkeit möglich.

 

Im sogenannten Klinikjahr (1.200 Stunden pT1) erwarten die Kliniken in der Regel eine Anwesenheit von mind. drei Tagen in der Klinik - und das nicht am Wochenende.

Auch die Praxen (600 Stunden pT2) erwarten in der Regel eine Anwesenheit von mind. 2 Tagen nachmittags.

 

Je flexibler die Arbeitsstunden abgeleistet werden können, umso leichter ist es, die Ausbildung und die Erwerbstätigkeit zusammenzubringen.

Werden mir Vorleistungen anerkannt?

Abgeschlossene Weiterbildungen z.B. in Familientherapie führen nicht zu einer Verkürzung der Ausbildung. Abgeschlossene Weiterbildungen, z.B. in Familientherapie, werden nicht für die Ausbildung anerkannt. Sie führen also nicht zu einer Verkürzung. Das Psychotherapeutengesetz sieht Verkürzungen nur vor, wenn staatlich anerkannte Ausbildungen vor Antritt der Ausbildung besucht worden sind. Das ist sehr bedauerlich, aber eindeutig im Gesetz so beschrieben.

 

Ebenso können Zeiten, in denen Sie in einer Psychiatrie gearbeitet haben, die vor Beginn der Ausbildung liegen, nicht für die Ausbildung anerkannt werden.

Wie hoch sind die Kosten für die Ausbildung?

Es entstehen folgende Kosten:

Auswahl und Entscheidungsseminar 200,00 €

 

Für die Ausbildung (Theorieseminare, Selbsterfahrung und Supervision) sind es zusammen 19.000,00 €, die in Raten gezahlt werden. Hinzu kommen noch die Gebühren für die Zwischen- und Abschlussprüfung.

Zusätzliche Kosten entstehen für Literatur, Fahrtkosten und andere individuelle persönliche Kosten.

Ausgaben für Aus- und Weiterbildungen können i. d. R. steuerlich geltend gemacht werden.

 

Die Praktischen Tätigkeit Teil 1 und Teil 2 wird unter Umständen in geringem Umfang entlohnt.

In der Praktischen Ausbildung kann über die 600 Stunden „eigenverantwortete Psychotherapie“ Geld verdient werden. Der Betrag schwankt zwischen 12.000,00 € und 25.000,00 €.

Welche Prüfungen muss ich machen?

Nach 1,5 Ausbildungsjahren findet eine Zwischenprüfung statt, die den Erfahrungs- und Kenntnisstand prüft. Nach Bestehen dieser Prüfung werden AusbildungskandidatInnen zur praktischen Ausbildung zugelassen, in der sie unter Supervision PatientInnen behandeln. Es erfolgt die Erteilung einer vorläufigen Approbation.

Nach Beendigung der Ausbildung schließt sich die staatliche Prüfung an. Sie besteht aus einer schriftlichen Prüfung, die bundesweit am gleichen Tag mit den gleichen Inhalten geschrieben wird. Sie dauert ca. 1,5 Stunden.

Danach folgt eine mündliche Prüfung. Sie besteht aus einer Einzel- und einer Gruppenprüfung.

 

Nach erfolgreicher Prüfung wird die Approbation beantragt.