Enaktive Traumatherapie

Enaktivismus geht davon aus, dass Organismen körperlich ausgebildet und in ihrer Umwelt eingebettet sind. Um genauer zu sein, ihr Gehirn, ihr Körper und ihre Umwelt konstituieren u. beziehen sich aufeinander, sind voneinander abhängig und treten immer zusammen auf. In diesem Rahmen sind auch mentale Systeme Organismus-Umwelt-Systeme. In ständiger Wechselwirkung entstehen also ein Selbst, eine Welt und ein Selbst als Teil dieser Welt. Vornehmlich an ihrer eigenen Beständigkeit interessiert, entsteht durch Auseinandersetzung eine Meinung über sich Selbst und die Welt mit der man in Kontakt steht.

Traumatisierte Individuen werden ebenfalls als Organismus-Umwelt System gesehen. Als autonome Zentren von Handeln oder Reaktion und Leiden bemühen sie sich, in schädlicher und überwältigender Umwelt zu überleben. Unfähig, das traumatisierende Erlebnis zu integrieren, entsteht eine mehr oder weniger komplexe Teilung der Persönlichkeit. Unabhängig davon, welche qualvollen Folgen eine langfriste Teilung beinhalten kann wird mit viel Arbeit die Spaltung aufrecht gehalten.

 

Diese Teilung der Persönlichkeit zu bewältigen, verlangt intensive Kommunikation, Koordination und Kooperation unter den verschieden Persönlichkeitsanteilen sowie die Kommunikation der Anteile mit dem Therapeuten.

„Enaktive Traumatherapie“ ist dabei eine mitfühlende und engagierte Bemühung, das Bewusstsein auf Kommunikationsebenen zu bringen, die es erlauben, in für den Patienten machbaren Schritten, neue wohlwollende und heilende Erfahrungen entstehen zu lassen.

Um Wunden heilen zu lassen braucht es die Einbettung in einen interpersonellen Rahmen, die dem Patienten hilft, sowohl die traumatische Vergangenheit zu realisieren und zu integreiren, wie auch die vorangegangenen und anhaltenden Konsequenzen. Dies verlangt vom Therapeuten, sehr genau auf seine eigene, wie auch die Klienten-Perspektive zu achten und beide zu integrieren.

 

Der Workshop bietet eine Einführung in die angesprochenen neuen Paradigmen für das Verständnis und den damit verbunden Umgang mit Traumata und der Teilung der Persönlichkeit. Er beinhaltet Erläuterungen, Demonstrationen sowie praktische Übungen.

 

 

Zugangsvoraussetzung: abgeschlossene Systemische Weiterbildung in Beratung, Therapie oder Supervision sowie Weiterbildung im Bereich Traumatherapie 

 

Literatur:

Nijenhuis, E. R. S. (2016a). Die Trauma-Trinität: Ignoranz, Fragilität und Kontrolle. Die Entwicklung des Traumabegriffs /Theorie und Praxis traumabedingter Dissoziation Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Nijenhuis, E. R. S. (2018a). Die Trauma-Trinität: Ignoranz, Fragilität und Kontrolle. Enaktive Traumatherapie Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

 

 

Leitung: Ellert Nijenhuis

Psychologe, Psychotherapeut und Forscher

Ellert R.S. Nijenhuis beschäftigt sich seit mehr als dreißig Jahren mit der Diagnose und Behandlung schwer traumatisierter Patienten und lehrt und schreibt intensiv über die Themen traumabezogene Dissoziation und dissoziative Störungen.

 

 

Organisatorisches

 

 

Referent/in:Ellert R.S. Nijenhuis
Termin:28.04.2020 - 29.04.2020
Ort:ifs in Essen
Dauer: 2 Tage / 14 UStd.
Kosten:

380 EUR (350 EUR)*

Anmeldeschluss:01.02.2020
PTK - Fortbildungspunkte: Bitte sprechen Sie uns bei Interesse an, ob eine Akkreditierung dieses Workshops durch die PTK NRW geplant ist.

* TeilnehmerInnen und AbsolventInnen von mehrjährigen ifs-Weiterbildungen zahlen den reduzierten Preis, wenn Sie bei der Buchung im Buchungsformular unter „Zusatzinformationen“ ihre ifs-Kursnummer angeben!

 

 

28.04.2020 - 29.04.2020 in Essen Jetzt Anmelden