Der uneindeutige Verlust

– wenn Klarheit nicht (mehr) möglich ist

 

In Beratungskontexten treffen wir häufig auf Menschen, die dauerhaft und auf nicht absehbare Zeit mit einer in sich uneindeutigen Situation leben müssen. Ein ihnen nahestehender Mensch ist entweder körperlich präsent aber emotional und kognitiv nicht (zuverlässig) erreichbar (z.B. bei psychischen Erkrankungen, Sucht, organisch bedingten Einschränkungen der Kommunikationsfähigkeit u.a.) oder emotional präsent aber körperlich nicht erreichbar ohne dass dessen Tod bestätigt ist (vermisste Personen, eigene Kinder, die in einer Adoptiv- oder Pflegefamilie leben, Kontaktabbruch durch erwachsene Kinder u.a.).

Gemeinsam ist diesen ganz unterschiedlichen Situationen das Charakteristikum der Uneindeutigkeit, der als chronische Verlustsituation erlebt wird. Pauline Boss hat hierfür den Begriff „ambiguous loss“ geprägt. Eigentlich als gegensätzlich erlebte Gefühle und Gedanken haben gleichzeitig ihre Berechtigung. Ein Ende der Situation und damit Klärung ist nicht absehbar. Solche Situationen sind schwer aushaltbar ohne dass die Belastung nach außen direkt sichtbar ist.

Der systemische Handwerkskoffer bietet vielfältiges Werkzeug, um in diesen Situationen unterstützend tätig zu sein. Im Sinne einer Lösungsorientierung tritt an die Stelle des aktiven Gestaltens immer öfter das Aushalten der Situation und Balancieren mit Widersprüchlichkeiten.

Der Workshop führt in das Konstrukt des „uneindeutigen Verlusts“ ein und lädt die Teilnehmenden ein, ggf. anhand eigener Fälle das eigene Gesprächsverhalten zu reflektieren und den systemischen Handwerkskoffer gezielt unter diesem Aspekt zu betrachten.

 

 

Zielgruppe / Zugangsvoraussetzung: systemische Berater und Therapeuten, Interessenten aus dem psychosozialen Berufsfeld und dem Gesundheitswesen mit Beratungserfahrung

 

 

Leitung: Dr. med. Ursula Becker

Ärztin für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Systemische Therapeutin, lizensierte Marte Meo-Supervisorin

tätig in eigener psychotherapeutischer Praxis an der Schnittstelle Krankheit und Familie sowie als freiberufliche Trainerin

 

 

Organisatorisches

Referent/in:Dr. med. Ursula Becker
Termin:23.02. - 24.02.2021
Ort: ifs in Essen
Dauer: 2 Tage / 16 UStd.
Kosten: 290 EUR (260 EUR)*
Anmeldeschluss: 6 Wochen vor Beginn
PTK - Fortbildungspunkte: Bitte sprechen Sie uns bei Interesse an, ob eine Akkreditierung dieses Workshops durch die PTK NRW geplant ist.

 

* TeilnehmerInnen und AbsolventInnen von mehrjährigen ifs-Weiterbildungen zahlen den reduzierten Preis, wenn Sie bei der Buchung im Buchungsformular unter „Zusatzinformationen“ ihre ifs-Kursnummer angeben!

 

 

23.02.2021 - 24.02.2021 in Essen Jetzt Anmelden