Approbation
 

* Arbeit mit komplex traumatisierten Patienten und Dissoziation

Arbeit mit komplex traumatisierten und dissoziativen Menschen

 

Frühe Stresserfahrung verändert die Stress-Reaktions-Systeme von Grund auf. Abhängig von Timing, Art und Dauer der Schädigung (z. B. Bindungsabbrüche und -verluste, Vernachlässigung, Verwahrlosung, Gewalt) verändert sich schon die "Hardware" (z. B. das Gehirn) in seiner Entwicklung deutlich, geschweige denn die "Software", also die Gedankenwelt, der Persönlichkeitsaufbau, die Vorstellungen von Selbst und Identität. Immer mehr früh und stark Stress-Geschädigte kommen in Beratungsstellen und psychotherapeutische Einrichtungen; schon heute besteht ein gutes Drittel der Klientel aus früher so genannten "klassischen PsychiatriepatientInnen". Was bedeutet das für unsere Arbeit? Psychotherapie wurde ja zunächst für "Neurotiker" entwickelt; was tun, wenn die Struktur der Persönlichkeit das neurotische Niveau nie erreicht hat? Wenn es gar kein verhältnismäßig kohärentes Selbst gibt, sondern zahlreiche unterschiedliche Zustände, wenn also "Ich Viele ist"? Wenn das Alltags-Ich eines früh traumatisierten Menschen keine Kontrolle hat über stark affektiv geladene States? Wenn die Regulation nicht "Top-down" möglich ist, sondern "Bottom-up" funktioniert, also jeder einschließende Gefühls- und Körperzustand die "passenden" Gedanken erzwingt, statt dass der Mensch seine Gefühle steuern könnte? Offenbar gilt es, psychotherapeutische Strategien wie die Arbeit "auf der inneren Bühne" mit Ego-States und eine Arbeiten mit (Sucht-)Rückfällen und plötzlichen Stimmungsumschwüngen ebenso wie die intensiveren Übertragungs- und Gegenübertragungs-Dynamiken besonders zu beachten.

Und weshalb könnte eine so simple Einladung zur Mentalisierung wie "Wie finden Sie das?" für viele Betroffene eine besondere Herausforderung darstellen, ihre Beantwortung gar eine Veränderung der Lebensperspektive ermöglichen? Dank der Neuroplastizität, und das ist die gute Nachricht, gelingt es vielen chronisch Stressgeschädigten bei adäquater (psychotherapeutischer) Arbeit und Lebensführung - etwa "ein mittleres Stress-Niveau halten!" - durchaus, sich aus abhängigen Beziehungen zu befreien und sichere Bindungen zu ihren Kindern und PartnerInnen aufzubauen - vielleicht sogar, Neurotiker "wie Du und ich" zu werden.

 

Der Workshop ist als Überblicks-Seminar mit zahlreichen Praxis-Beispielen angelegt und offen für alle Interessierten.

 

Die Veranstaltung ist von der Psychotherapeutenkammer NRW akkreditiert und als Fortbildung mit 20 Punkten anrechenbar.

 

Referentin: Michaela Huber (Deutsche Gesellschaft für Trauma und Dissoziation)

Diplom-Psychologin, approbierte Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin, Ausbilderin in Traumabehandlung, Mitbegründerin des Zentrums für Psychotraumatologie Kassel e. V.

 

Termin:               

Di, 12.03.13    (10:30 Uhr -  18:00 Uhr)

Mi, 13.03.13    (10:30 Uhr -  17:00 Uhr)

 

Ort:                       ifs in Essen

 

Kosten:                 Frühbucherpreis bis 31.10.2012:       390,00 EUR *

                             ab 01.11.2012:                                  450,00 EUR

 

 

 

Anmeldeschluss:   6 Wochen vor Beginn

 

 

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* TeilnehmerInnen und Absolventen von mehrjährigen ifs-Weiterbildungen erhalten auf mehrtägige Workshops einen Nachlass von 50,00 EUR. Bitte bei der Buchung im Buchungsformular unter "Zusatzinformationen" unbedingt die Kursnummer angeben!

 

* Für TeilnehmerInnen der Weiterbildung "Systemische Traumatherapie" gelten gesonderte Konditionen. Bitte melden Sie sich in Ihrem Kurs zum Workshop an.