Approbation
 

Aktuelles

23.07.2010: Mächen häufiger psychisch krank

Ärzte Zeitung, 21.07.2010

 

Mädchen häufiger psychisch krank

 

HEIDELBERG (eb). Ein Drittel aller Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren hat sich schon einmal absichtlich eine Schnittverletzung zugefügt; 18 Prozent tun dies häufiger, aber nur 8 Prozent der Jungen. Dies sind erste deutsche Ergebnisse der internationalen Schulstudie "Saving and Empowering Young Lives in Europe (SEYLE)". Für die deutsche Teilstudie hat die Uni Heidelberg in der Rhein-Neckar-Region 1411 Schüler an insgesamt 26 Schulen befragt. Es zeigte sich, dass besonders Mädchen psychische Problemen haben: Etwa ein Drittel berichtet von Depressionen, 15 Prozent hegen Suizidpläne, acht Prozent haben bereits versucht, sich zu töten."1,2 Prozent der befragten Mädchen gaben an, in den vergangen zwei Wochen einen Suizidversuch unternommen zu haben", sagte der Heidelberger Studienkoordinator Dr. Michael Kaess der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg. "Suizid ist die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen in Europa", berichtete Professor Franz Resch, Ärztlicher Direktor der Heidelberger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

 

(...)

 

Im zweiten Schritt wurden vier konkrete Präventionsprogramme an den teilnehmenden Schulen auf ihre Wirksamkeit überprüft: In einem speziellen Training (Gatekeeper-Training) erlernten Lehrer, gefährdete Schüler zu erkennen, anzusprechen und zu helfen. Die Schüler wurden etwa in Rollenspielen (Awareness-Programm) für die eigenen Gefühle sowie die Probleme der Mitschüler sensibilisiert und lernten, richtig damit umzugehen. Im "Professional Screening" kontaktierten die Heidelberger Psychologen gefährdete Schüler telefonisch und luden sie zum Beratungsgespräch ein. Die "Minimal Intervention" bestand lediglich aus Postern und Kontaktinformationen.

 

(...)

 

 

Die Studie wird mit rund drei Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert und läuft noch bis Januar 2011. Die Federführung liegt beim Karolinska-Institut in Stockholm.

Weitere Informationen über die SEYLE-Studie: www.klinikum.uni-heidelberg.de/Seyle.114370.0.html

 

 

Ganzer Text:

www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/depressionen/default.aspx?sid=612793

23.07.2010: Psychische Erkrankungen nehmen zu

Pressemitteilung 3/2010

16.07.10

Wer zieht wirksame Konsequenzen aus den steigenden Erkrankungs- und Fehltagen?

 

Berlin, 16.07.2010.

Allen veröffentlichten Krankenkassenreporten der jüngsten Zeit ist eins gemein: Die Feststellung, dass psychische Erkrankungen überproportional zunehmen. Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) bemängelt, dass diese dramatische Entwicklung zwar konstatiert wird, aber keine tatsächlichen Konsequenzen und Handlungen folgen.

 

Die von der DAK gerade veröffentlichte Langzeitanalyse der DAK-Gesundheitsreporte zeigt, dass psychische Erkrankungen vor allem bei jungen Erwachsenen in den vergangenen zwölf Jahren überproportional gestiegen sind, bei jungen Frauen noch stärker als bei jungen Männern.

Der neue Fehlzeitenreport 2010 des wissenschaftlichen Institutes der AOK (WIdO) weist ebenfalls nach, dass psychische Erkrankungen bei den erwerbstätigen AOK-Mitgliedern kontinuierlich zunehmen und mit längeren Ausfallzeiten verbunden sind, als alle anderen Erkrankungsarten. Psychische Erkrankungen verursachten bei AOK-Mitgliedern im Jahr 2009 8,6 Prozent der Krankheitstage und stehen damit an vierter Stelle der Arbeitsunfähigkeitstage verursachenden Krankheitsarten.

 

Sowohl die Arbeitsunfähigkeits-Fälle (AU-Fälle) als auch die AU-Tage durch psychische Erkrankungen sind in den letzten zwölf Jahren kontinuierlich angestiegen. Keine andere Krankheitsart hält die Berufstätigen so lange von der Arbeit fern. Pro Arbeitsunfähigkeitsfall fehlt ein Arbeitnehmer im Schnitt 22,6 Tage. Als Grund für diese Entwicklung nennen die Fehlzeitenreporte die Veränderungen in der Arbeitswelt, in der sich immer mehr Arbeit auf immer weniger Mitarbeiter verteilt und der Stress immer größer wird.  In psychotherapeutischen Praxen melden sich immer häufiger Patienten, die mit den Anforderungen nicht mehr zurecht kommen, die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust haben und die deswegen vom Hausarzt an den Psychotherapeuten überwiesen werden.

 

Aus Sicht der DPtV probates Mittel für das zielgerechte Erkennen und gegen die Chronifizierung psychischer Erkrankungen ist eine rechtzeitige Psychodiagnostik ebenso wie antragsfreie Behandlungsmöglichkeiten zur Krisenintervention und Akutversorgung. Diese werden allerdings derzeit nicht kostendeckend vergütet, bemängelt der Bundesvorsitzende der DPtV, Dipl.-Psych. Dieter Best jetzt in Berlin.

Regelmäßige Sitzungstermine während der Arbeitszeit sind für manche Arbeitnehmer nicht zu realisieren, weil zu viele Ausfallzeiten entstehen. „Die Förderung von Sprechzeiten am Samstag durch Honorarzuschläge, wie sie für jede andere Arztgruppe vorgesehen sind, könnte die langen Wartezeiten und Fehlzeiten verringern, die durch psychotherapiebedingte Abwesenheiten am Arbeitsplatz entstehen“, ist sich Best sicher.

 

„An diesen Maßnahmen scheinen die Krankenkassen jedoch aus Kos-tengründen nicht interessiert zu sein“, kritisiert Best. Er fordert deutliche Verbesserungen der Arbeitsmöglichkeiten der Psychotherapeuten. „Diese kämen direkt unseren Patienten zu Gute“, betont der  Psychotherapeut.

 

Notwendig seien aber auch gestzliche Änderungen wie z.B. die Aufhebung des Verbots der Einweisung von Patienten zur stationären Psychotherapie und Psychiatrie und die Aufhebung des Verbots der Feststellung von Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung, denn Psychotherapeuten können die Notwendigkeit solcher Maßnahmen besser entscheiden als der Arzt, der die Patienten somatisch mitbehandelt.

 

Die bislang geltenden gesetzlichen Einschränkungen der Befugnisse von Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten nach § 73 Abs. 2 Sozialgesetzbuch V (SGB V) waren als Übergangsregelungen zum Psychotherapeutengesetzes von 1999 vorgesehen und sind heute nur noch als überflüssiges Relikt anzusehen. Sie stehen einer effizienten und effektiven sowie patientenorientierten psychotherapeutischen Versorgung von Menschen entgegen und widersprechen zudem der berufsrechtlichen Gleichstellung des Psychotherapeuten mit dem Arzt.

 

 

13.07.2010: Neuer Infotag für die Approbationsausbildung am 20.09.2010

08.07.2010: Gesundheitsminister- konferenz will Psychotherapeuten- ausbildung reformieren

Die 83 Gesundheitsministerkonferen (GMK) sieht die dringende Notwendigkeit die Psychotherapeutenausbildung zu reformieren. Die Gesundheitsminister der Känder haben am 1. Juli das Bundesgesundheitsministerium einstimmig und mit Nachdruck gebeten, möglichst bald eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Novelierung des Psychotherapeutengesetzes einzusetzen.

Weitere Informationen finden Sie hier

 

http://www.bptk.de/show/3747864.html

 

10.06.2010: Am 12.7. findet eine Einführungsveranstaltung für unsere Approbationsausbildung statt.

Am 12.7.2010 findet die nächste Kennenlernveranstaltung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten statt. Das ifs wird ab Herbst 2010 mit einer solchen Ausbildung im Vertiefungsgebiet Systemische Therapie beginnen.

Sie können sich dazu im Buchungsbereich anmelden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Gerne beraten wir Sie auch am Telefon  unter 0201-8486560 oder per Mail: info@ifs-essen.de

31.05.2010: 16. Deutscher Psychotherapeutentag

Der 16. Deutsche Psychotherapeuten tag hat überraschender Weise einige Beschlüsse zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes angeregt.

Inweiweit diese Aufgegriffen werden, ist allerdings mehr als ungewiss. Zur Zeit scheint das politische Interesse an einer Überarbeitung des 1999 in Kraft getreten Gesetzes eher gering. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Ergebnisse des 16. Deutschen Psychotherapeutentages.

 zur Nachricht

12.05.2010: Am 27.4.2010 verstarb unerwartet Porf. Dr. Nossrat Peseschkian

Am Dienstag, 27. April 2010, starb Plötzlich und unerwartet Prof. Dr. med. Nossrat Peseschkian.

07.05.2010: Freie Plätze in der Weiterbildung Familientherapie in Köln

In der Weiterbildung Systemische Familientherapie und Grundzüge der Supervision sind noch eine Plätze frei. Ein EInstieg zum 2.Blockseminar ist noch möglich.

Wenn Sie Interesse haben rufen Sie uns doch bitte an.

tel: 0201-8486560

07.05.2010: Rosemarie Welter-Enderlin verstorben

Im Alter von 75 Jahren ist Rosmarie Welter-Enderlin am Sonntag, dem 4. April 2010 nach längerer Krankheit gestorben.Sie trug seit den 1970er Jahren mit zahlreichen Publikationen und Kongressen, vor allem aber auch als Lehrerin und Dozentin wesentlich zur Entwicklung der Systemischen Therapie im deutschsprachigen Raum bei. Ihre Bemühungen um Perspektivenerweiterungen des Systemischen Ansatzes durch die Berücksichtigung von Genderfragen, affektiver Kommunikation, der Einbindung von Lebensgeschichte(n) sowie der Resilienzforschung sind außerordentlich erfolgreich gewesen.Darüber hinaus vermittelte sie auch einem breiteren Publikum Systemische Einsichten und Konzepte. Mit Rosmarie Welter-Enderlin verliert die Systemische Bewegung eine große Persönlichkeit.

 

10.11.2009: Neue Stellenangebote aus der systemischen Welt

Zahlreiche interessante Stellenangebote finden Sie hier!

26.10.2009: Noch freie Plätze in der Marte Meo Therapie-Weiterbildung

Start im November, weiter Infos hier

11.08.2009: Das neue ifs - Aus- und Weiterbildungsprogramm ist da!

11.08.2009: Psychische und Psychosomatische Erkrankungen nehmen bei Arbeitnehmern ummehr als 20% zu.

Berufstätige erkranken immer häufiger an psychischen Störungen. Im Jahr 2006 summierten sich in einer Gruppe von 100 Berufstätigen die Fehltage wegen psychischer Krankheiten noch auf 126 Tage, im Jahr 2007 waren es schon 137 Tage. Innerhalb von zwei Jahren nahmen die Fehlzeiten aufgrund von psychischen Störungen um knapp 20 Prozent zu. Sie erreichen damit seit Beginn der Auswertungen im Jahr 2000 einen neuen Höchststand. Das sind die Ergebnisse des neuen "Gesundheitsreports 2009" der Techniker Krankenkasse (TK). Nach Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin kostete der Produktionsausfall durch psychische Störungen die Unternehmen rund 4,4 Milliarden Euro im Jahr 2007.

Psychischkranke Menschen sind überdurchschnittlich lange krank. Depressiv Erkrankte fallen beispielsweise fast zwei Monate aus. Häufig werden psychische Erkrankungen diagnostiziert, die infolge schwerer Belastungen entstehen (Anpassungsstörungen). Dies können einschneidende Lebensereignisse wie der Tod eines Angehörigen sein, aber auch dauerhafte Angst und Überforderung am Arbeitsplatz. Nach TK-Angaben gehören zu dieser Gruppe der psychisch Erkrankten auch immer häufiger Menschen, die unter chronischer Erschöpfung und Müdigkeit leiden ("Burnout-Syndrom"). Solche Patienten sind durchschnittlich einen Monat krankgeschrieben. Schließlich leiden viele Menschen auch an körperlichen Symptomen, für die sich aber keine körperlichen Ursachen finden lassen, z. B. wiederkehrende Übelkeit, Herzklopfen oder Kopf- und Gelenkschmerzen (somatoforme Störungen). Diese Patienten fallen im Schnitt über drei Wochen an ihrem Arbeitsplatz aus.

 

Fehltage je Krankheitsfall für die häufigsten psychischen Störungen (2008)

 

Diagnose

Fälle

Fehltage je Fall

Depression

30.432

49,9

Anpassungsstörungen

26.594

25,5

Somatoforme Störungen

13.637

23,4

Angststörungen

6.076

49,5

Psychische Störungen durch Alkohol

3.973

43,8

Schizophrenie

1.633

68,7

Anhaltende affektive Störungen

1.191

62,3

Bipolare affektive Störung

748

90,1

Persönlichkeitsstörungen z. B. Borderliner

963

106,8


Daten: TK-Gesundheitsreport 2009

11.08.2009: 14% Mehr Inobhutnahmen durch die Jugendämter in 2008

Im Jahr 2008 haben die Jugendämter in Deutschland 32 300 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das sind rund 4 100 (+ 14,4%) mehr als 2007. Gegenüber dem Jahr 2005 beträgt die Steigerung 26%. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. 

 

www.destatis.de/publikationen, Suchwort "Inobhutnahmen".

Weitere Auskünfte gibt:

Zweigstelle Bonn,

Dorothee von Wahl,

Telefon: (0611) 75-8167,

E-Mail: jugendhilfe@destatis.de

18.06.2009: DGSF-Stellungnahme zur Serie "Erwachsen auf Probe.."...

Der DGSf hat mit 60 anderen Verbänden, Organisationen und Institutionen sich gegen die weitere Ausstrahlung der RTL Serie gestellt. Hier finden Sie die Stellungnahme des DGSF www.DGSF.org.

 

02.06.2009: Weitere Stellungnahmen zur RTL-Serie "Erwachsen auf Probe"

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten bisherigen Stellungnahmen:

http://wissen.familie-ist-zukunft.de/wakka.php?wakka=Reaktionen

27.05.2009: "Kinder sind keine Ware" - SG gegen Ausstrahlung der RTL-Serie "Erwachsen auf Probe"

„Kinder sind keine Ware“ - Die Systemische Gesellschaft unterstützt die gleichnamige Stellungnahme der bke die darauf zielt, dass die ab 3. Juni 2009 geplante RTL-Serie „Erwachsen auf Probe“ nicht ausgestrahlt bzw. abgesetzt wird. Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke) hat die folgende Stellungnahme entworfen. Sie wird von den Fachverbänden der Kinder- und Jugendhilfe, den Mitgliedsverbänden der National Coalition und auch die Mitglieder des Bundesforums Familie unterzeichnet. Ziel ist es, einen möglichst breiten Konsens zu zeigen.

 

Lesen Sie hier weiter:

 

http://www.systemische-gesellschaft.de/presse.php?y=2&mod=single&pfi_id=83&PHPSESSID=23f2282881220a5dda724804a0179298

26.05.2009: Lesen Sie hier den offenen Brief von Gilbert Pregno an den Fernsehsender RTL zur neuen RTL-Serie „Erwachsen auf Probe“

Offener Brief an den Fernsehsender Rtl-Deutschland

 

« Erwachsen auf Probe » und … wo bleibt die Ethik in den Medien ?

 

 

Der deutsche Fernsehsender RTL wird Anfang Juni die erste Folge einer neuen Doku-Soap mit dem Titel „Erwachsen auf Probe“ ausstrahlen. In diesem Beitrag wird gezeigt, wie Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen 6 und 14 Monaten für einige Tage in die Obhut von Teenagern gegeben werden. Es heißt, diese hätten einen Kinderwunsch geäußert und es ginge jetzt darum zu zeigen, wie sie sich mit der Verantwortung von Kinderpflege und - erziehung im konkreten Fall auseinandersetzen können. Welche Folgen dies für diese Kinder haben wird, ist in den Augen der Produzenten kein Thema: Es hieß von RTL-Seite, die biologischen Eltern hätten zu jedem Moment das Experiment abbrechen können. Wir wissen aber auch, dass diese Eltern Geld bekommen, damit sie sich in einer solchen Sendung produzieren können bzw. - wie in diesem Fall - ihre Kinder zur Verfügung stellen. Man muss sich berechtigterweise die Frage stellen, welche Beweggründe die Eltern haben, hier mitzumachen und ob das Kindeswohl im Fokus ihrer Aufmerksamkeit steht. Aus vielen Stellungsnahmen in Deutschland wird ersichtlich, dass Forscher, Erzieher, Ärzte und Psychologen aus unterschiedlichen Gremien oder im eigenen Namen ihren Protest zum Ausdruck gebracht haben. Viele fordern ein Ausstrahlungsverbot, dem nicht stattgegeben werden kann, weil es gegen Artikel 5 des deutschen Grundgesetzes verstößt und es dann mit dem Zensurverbot der Verfassung kollidieren würde. Arbeitskreise, aber auch Wissenschaftler erwägen, Strafanzeige sowohl gegen die Eltern als auch gegen die Verantwortlichen von RTL zu stellen wegen möglicher Körperverletzung und Missbrauchs Schutzbefohlener. Andere wollen erst nach der Ausstrahlung der ersten Folge am 3. Juni weitere Schritte gegen RTL in Erwägung ziehen. Es geht hier nicht nur um diese Kinder, die Schaden und Traumata aus solchen Sendungen erleiden. Wir stellen immer wieder fest, wie zerbrechlich die Beziehungen in vielen Familien geworden sind, und dies betrifft vor allem Kleinkinder. Wenn Kinder auf die Welt kommen, sind sie biologisch darauf ausgerichtet, zu Bezugspersonen, Vater und Mutter, eine Bindung aufzubauen: Mit dieser Bindung bewegen Kinder sich auf sicherem Boden, denn wir wissen, dass sich darauf die Persönlichkeit gründet. Kinder müssen Geborgenheit und Stabilität erfahren, damit sie durch diese auch in ihrem späteren Leben Halt und Orientierung finden. Wir merken, dass es für viele Eltern in unserer sogenannten modernen Zeit immer schwieriger wird, diese lebenswichtige Aufgabe wahrzunehmen.

 

Wir, als Experten und Expertinnen, die in Luxemburg arbeiten, sind, um es gelinde auszudrücken, überrascht über diese deutsche Produktion. Es klingt schon abenteuerlich und verwunderlich, dass jetzt ein Fernsehsender wie RTL, der sich gerne als familienfreundlich profiliert, solch eine grenzwertige Doku-Soap dem großen Publikum anbietet. Hier werden menschenverachtende und kinderrechtsverletzende Werte vermittelt und Signale verbreitet, die noch ein bisschen mehr, auf nicht einmal unterschwellige Art und Weise, Kinder als Objekte darstellen, die man nach Gefallen hin- und herschieben kann. Daher wäre es sicher sinnvoll, von einer Ausstrahlung dieser Sendung abzusehen und stattdessen am 3. Juni in einem kontradiktorischen Rundtischgespräch Experten die Gelegenheit zu geben, sich zum Thema „Bindung“ zu äußern.

 

Gilbert Pregno, Psychologe, Psychotherapeut ( gilbert.pregno@kannerschlass.lu )

 

Dr Paul Hédo, Facharzt für Psychiatrie ( hedops@pt.lu )

 

Marie-Anne Rodesch-Hengesch, Vorsitzende des luxemburgischen Ombudskomite für die Rechte der Kinder (marhork@pt.lu )

 

 

08.05.2009: Das ifs ist seit dem 08. Mai 2009 SG - Institut auf Anwartschaft!

15.04.2009: Nach über 10 Jahren eröffnet das ifs wieder ein Büro in Köln!

Aufgrund des großen Interesses an unserem Weiterbildungsangebot aus dem Kölner Raum haben wir uns entschlossen nach 10 Jahren wieder ein ifs Büro in Köln zu eröffnen.

 

An unserem Standort in Köln startet zweimal im Jahr die Weiterbildung "Systemische Familientherapie und Grundzüge der Supervision".

In Hückeswagen bei Wuppertal bieten wir einmal pro Jahr unsere Weiterbildung "Systemische Beratung / Familienberatung" an.

 

Weitere Infos unter www.ifs-koeln.org

18.03.2009: Das Buch zur Jahrestagung 2008 "Systemische Hirngespinste - Neurobiologische Impulse für die systemische Theorie und Praxis" ist nun erschienen!

Das Buch mit Beiträgen von Jörg Baur, Reinert Hanswille, Alexander Korittko, Hans Markowitsch, Frank Natho, Martina Piefke, Wilhelm Rotthaus, Günter Schiepek, Jochen Schweitzer, Rainer Schwing ist nun erschienen.

 

Weitere Informationen finden Sie hier!

 

 

23.02.2009: Bundespsychotherapeuten-kammer begrüßt die Anerkennung der Systemischen Therapie

Systemische Therapie16.02.2009: BPtK und Fachgesellschaften beraten sozialrechtliche Perspektiven

Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF), die Systemische Gesellschaft (SG) und die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) haben sich in Berlin getroffen, um sich über den aktuellen Stand zu informieren und das weitere Vorgehen zu beraten.

"Wir begrüßen die Anerkennung der Systemischen Therapie durch den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie", erklärte Prof. Dr. Rainer Richter, BPtK-Präsident, "und hoffen, dass auch die sozialrechtliche Anerkennung als ambulantes Behandlungsverfahren in der gesetzlichen Krankenversicherung aufgrund der breiten Wirksamkeit bald folgen wird."

Weiter Informationen zu diesem Gespräch und zum Gespräch mit der Landespsychotherapeutenkammer NRW  finden Sie hier.

 

22.12.2008: Systemische Therapie sowohl für die Psychotherapie Erwachsener als auch für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie anerkannt!

In seinem jüngsten Gutachten vom 14.12.2008 stuft der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) die Systemische Therapie als wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren sowohl für die Psychotherapie Erwachsener als auch für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie ein.

 

Nachdem der WBP der Systemischen Therapie in seinem ersten Gutachten von 1999 die wissenschaftliche Anerkennung noch abgesprochen hatte, stellt er nun nach eingehender Prüfung der im Juli 2006 von den beiden systemischen Verbänden DGSF und SG vorgelegten Expertise fest: Systemische Therapie könne entsprechend den Beurteilungskriterien des WBP als wissenschaftlich anerkannt gelten und als Verfahren für die vertiefte Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gemäß Psychotherapeutengesetz empfohlen werden. Weitere Information bietet das ifs hier

 

Das Gutachten ist seit gestern auf der Homepage des WBP nachzulesen und wird Anfang 2009 im Psychotherapeutenjournal und im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht http://www.wbpsychotherapie.de/page.asp?his=0.1.17.71.83

07.12.2008: Veröffentlichung Systemische Traumatherapie

Hier finden Sie mehr zum Buch

29.08.2008: OVG NRW bestätigt die systemische Therapie

Oberverwaltungsgericht NRW bestätigt:

 

Systemische Therapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren

 

 

Am 4. August 2008 hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) für das Land Nordrhein-Westfalen die Berufung des Landesprüfungsamtes der Bezirksregierung Düsseldorf gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts (VG) Düsseldorf vom 7. April 2006 zurückgewiesen.

( Az.: 13 A 2146/06)

Der 13. Senat des OVG entschied über die Berufung durch Beschluss  „weil er sie einstimmig für unbegründet und die Durchführung einer mündlichen Verhandlung nicht für erforderlich hält“.

In dem angefochtenen Urteil hatte das Verwaltungsgericht die Landesbehörde verpflichtet, den Antrag eines Institutes der DGSF vom 3. März 2003 auf Erteilung der Anerkennung als Ausbildungsstätte nach § 6 Abs.2  PsychThG für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit dem Vertiefungsgebiet Systemische Therapie/Familientherapie unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichtes neu zu bescheiden. Das Landesprüfungsamt hatte zuvor den Antrag des Institutes mit der Begründung abgelehnt, dass der WBP 1999 die Wirksamkeit der ST/ FT verneint habe. Darauf komme es jedoch nicht an, vertrat das Gericht. Vielmehr sei entscheidend, ob die ST/ FT in der Wissenschaft und der Profession eine breite Resonanz gefunden habe. Dies sei unbestreitbar der Fall.

Das OVG „macht sich die Feststellungen des Verwaltungsgerichtes in vollem Umfang zu eigen“ und setzt sich bei der Auslegung des zentralen Begriffs der „wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren“ gemäß § 1 Abs.3 Psychotherapeutengesetz  ausführlich mit der Intention des Gesetzgebers auseinander und zitiert aus der Gesetzesbegründung (BT-Drucks. 13/8035): „Der Gesetzesentwurf enthält keine Aufzählung der zulässigen psychotherapeutischen Verfahren. Weiterentwicklungen in diesem Bereich sollen nicht ausgeschlossen werden. Gerade im Bereich der beruflichen Definition psychotherapeutischer Tätigkeiten ist es nicht angezeigt, Verfahren auszugrenzen. Ihre wissenschaftliche Anerkennung bleibt indes Voraussetzung für die anerkannte Ausübung von Psychotherapie, um zu verhindern, dass die Befugnis zur Ausübung von Psychotherapie missbraucht wird.“ Vor diesem Gesetzeshintergrund „erscheint es dem Senat deshalb nicht geboten, die Anerkennung eines psychotherapeutischen Verfahrens (ausschließlich) von einem durch Studien belegten und nachgewiesenen Wirksamkeitsnachweis abhängig zu machen.“ Sowohl die Landesbehörden als auch der WBP seien an die dargelegte Auslegungsprämisse des Begriffs wissenschaftlich anerkannter Verfahren – nämlich Ausschluss von Scharlatanerie und Missbrauchsabwehr – gebunden.

 

Abschließend begründet das OVG  den Zeitpunkt seiner jetzigen Entscheidung verbunden  mit der Zulassung der Revision und dem inzwischen beim Bundesverwaltungsgericht anhängigen Verfahren zur Gesprächspsychotherapie damit, auf diesem Wege  eine bundesgerichtliche  Klärung zu ermöglichen.

 

 

August 2008

Anni Michelmann

Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF)

Christophstr. 31, 50670 Köln

www.dgsf.org