Familien- und Paartherapie

Grundlegende Arbeitsweise ist ein integrativer familientherapeutischer Ansatz, der die unterschiedlichen Schulen der Familien- und Systemtherapie integriert, mit besonderen Schwerpunkten in der lösungsorientierten Kurzzeittherapie, dem Konstruktivismus, der strukturellen, entwicklungsorientierten und analytischen Familientherapie sowie dem narrativen Ansatz.

Hinzu kommen unterschiedliche Ansätze aus den Bereichen der Hypnotherapie, des Psychodramas u. a. nützlicher Verfahren, die den systemischen Ansatz unterstützen können. Wie in allen therapeutischen Angeboten berücksichtigen wir die bedeutenden Ergebnisse der Neurobiologie und neue Erkenntnisse der Psychotherapieforschung.

 

Ausgangsüberlegungen für die Familientherapie:

Wir gehen in unseren therapeutischen Überlegungen davon aus, dass viele Familien, die in Konfliktsituationen sowie in sozial-gesellschaftliche Problemsituationen geraten sind, entschieden häufiger als bisher angenommen unter sogenannten Traumafolgestörungen leiden (z. B. Depression, Ängste, Sucht, Antriebslosigkeit, unkontrollierbare gefühlsausbrüche etc.). Daraus folgen oft die sozialpolitischen Auswirkungen wie Arbeitslosigkeit, Verwahrlosung, Gewalt, Desintegration etc. Hinzu kommen die inzwischen vielfältig nachgewiesenen mehrgenerationalen Traumafolgestörungen, die dazu führen können, dass Familien selbst wieder traumatisierende Systeme bilden.

Um dieser Annahme gerecht zu werden, verknüpfen wir familientherapeutische und traumatherapeutische Ideen, die sich sowohl in den Zielen wie auch in der Therapiedidaktik widerspiegeln.

 

Professionalität der MitarbeiterInnen:

  • Systemische Familientherapeuten/innen, Systemische Familienberater
  • Systemische Traumatherapeuten/Innen
  • Systemische Kinder- und Jugendtherapeuten/innen

Ziel der familientherapeutischen Maßnahmen sind u. a.:

  • Erhöhung der elterlichen Präsenz als Fundament für den Aufbau eines neuen sicheren und verlässlichen Beziehungssystems mit den Kindern.
  • Wiedererlangung des Zustandes, in dem Eltern wieder Eltern sind und Kinder wieder Kinder sein können.
  • Stabilisierung des familiären Systems durch Gewaltfreiheit, Sicherheit, Triggerreduktion, Ausschluss von Täterkontakten etc.
  • Stärkung des Paares und der Paarzufriedenheit
  • Verbesserung des Kommunikationsverhaltens
  • Sexualität und Erotik im Paar wieder erwecken.
  • Die Aktivierung, Findung und Stärkung der familiären und individuellen Ressourcen, Stärkung der Resilienz und Erhöhung des Selbsthilfepotentials im familiären System.
  • Verminderung des Konfliktpotentials und Veränderung des Konfliktlösungsverhaltens
  • Heilung bzw. Reduzierung des Symptomverhaltens
  • Unterstützung in den familiären und persönlichen Übergangskrisen
  • Stabilisierung von Bindungsverhalten der Eltern.
  • Fähigkeiten erlernen, ein familiäres Klima zu erschaffen, in dem Sicherheit, körperliche und seelische Unversehrtheit erlebt, Geborgenheit und Liebe erfahren, Wertschätzung und Würde gespürt werden kann.
  • Stärkung der Sinnhaftigkeit des familiären und individuellen Lebens durch das Eingebundensein in Beziehungen, Gruppen, Gemeinwesen und Gesellschaft.
  • Unterstützung spiritueller Sinndimensionen und Ressourcen.

 

Der systemische Ansatz sieht die Symptome und Probleme Einzelner als Ausdruck für das gesamte System. In diesem Sinn ist die Familientherapie ein ganzheitliches Verfahren. Je nach Notwendigkeit kann mit unterschiedlichen Subsystemen gearbeitet werden, Einzeltherapie genutzt werden oder die Angebote durch Gruppenangebote unterstützt werden.

Familientherapie oder Paartherapie wird aufgesucht wenn:

  • die Unterstützung im Alltag benötigen - Strukturierung des Tagesablaufes, Einteilung des vorhandenen Geldes, Regulierung von Macht und Einfluss
  • die Beratung in Erziehungsfragen benötigen - Grenzen und Regeln setzen, Zusammenarbeit mit Kindertagesstätte oder Schule etc.
  • Eltern ihren Platz und ihre Präsenz verloren haben
  • Eltern sich ihrer Erziehungsaufgabe nicht gewachsen fühlen
  •  Probleme in Ehe oder Partnerschaft bestehen bzw. die sich in einer Trennungssituation befinden
  • Familien oder Paare in einer Notlage sind - schwere Erkrankungen, Tod eines Familienmitglieds, Traumatisierungen
  • Suchtmittelmissbrauch besteht oder bestanden hat
  • Kinder Schulprobleme haben bzw. in ihrer Gruppenfähigkeit eingeschränkt sind
  • die Ablösungsphase krisenhaft verläuft
  • einzelne Familienmitglieder Symptome zeigen, die auf eine Systemrelevanz hindeuten.
  • körperliche oder psychische gewalt in der Familie ausbrechen.
  • Paare, die Konflikte haben, diese nicht mehr allein bewältigen können
  • der Streit zwischen den Partnern nicht aufhören will.
  • es langweilig geworden ist und das gefühl füreinander verloren gegangen ist.
  • im Bett die Langeweile ausgebrochen ist und die sexuelle Spannung verloren gegangen ist.
  • es unterschiedlichste sexuelle Probleme gibt und das zu Streit führt