Approbation
 

Workshops

Evelyn M. Krick: Kunsttherapie in der Familientherapie - ein "malerischer" Dialog

Das Dialogische Malen als gemeinsame Aktion einer Familie nach vorgegebenen Regeln gibt Hinweise auf unbewusste und bewusste Kommunikation innerhalb des Systems.

Über den sicheren und entschiedenen, den aggressiven oder auch zögernden, kaum erkennbaren Strich wird der emotionale Zustand des Zeichners auf dem Papier deutlich.

Die Symbolik eröffnet dem Betrachter und dem Gestalter parallel individuell assoziierte Empfindungen und Phantasien. Bildhaftes hat seinen Ansatz im vorsprachlichen – vorbewussten Verständnisbereich und wird im Dialogischen Malen als Erweiterung der Kommunikation genutzt. Das gemeinsame Bild der Familie als Grundriss der familiären Interaktion bietet Anregung für den verbalen Gedankenaustausch und bleibt als buntes Beispiel der Zusammenarbeit in der Familie, die ihr Werk meist gern mit nach Hause nimmt.

Der Workshop bietet die Möglichkeit, die Wirkweisen des Dialogischen Malens selbst zu erspüren und gibt Anregungen zur praktischen Durchführung mit Klientenfamilien.

 

Evelyn M. Krick

Frank Natho: Bindung und Trennung - Was Trennung so schwer macht?

Neurobiologische Aspekte und methodische Anregungen für eine systemische Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen

 

Wie stark wir Trauer bei Verlust von uns nahe stehenden Menschen erleben, hängt im Wesentlichen davon ab, wie eng wir uns an sie gebunden fühlen. Das Bindungs- und Trennungserleben wird überwiegend in der frühen Kindheit geprägt. Emotionale Erfahrungen werden im limbischen System, welches sich in dieser Phase durch eine hohe Plastizität auszeichnet, neuronal verschweißt und bestimmen unsere emotionalen Reaktionen bei Verlust von Menschen, an die wir uns gebunden fühlen. Eine systemisch orientierte Trauerarbeit setzt auf die Selbstorganisation des limbischen Systems und damit auf die Wirkung von Emotionen. Diese gilt es herauszuarbeiten, um Bindung und Trennung in Balance zu bringen und den Trauerprozess zu unterstützen.

Es werden neurobiologische Aspekte von Bindung und Trennung beschrieben. Ausgehend von diesen Erkenntnissen wird ein systemischer Ansatz von Trauerarbeit entworfen und ausgewählte methodische Vorgehensweisen einer Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen dargestellt.   

 Frank Natho

Doris Becker und Armin Dappen: Der §8a als Ressource in der Jugendhilfe

Im Rahmen unserer Arbeit in der aufsuchenden Familientherapie im Jugendhilfekontext stellt die Umsetzung des §8a SGB VIII eine neue Herausforderung dar. Neben die Rolle des Beraters haben wir die Rolle des Wächters über das Kindeswohl inne. Mit unter kommen wir daher in die Situation, Eltern konkrete Handlungsanweisungen zu geben und zu kontrollieren, mit dem Ziel die bestehende Kindeswohlgefährdung abzuwenden.

 

Im unserem Workshop stellen wir kurz unsere Arbeitsweise vor. Anhand von Fallbespielen möchten wir Ihnen aufzeigen, dass die Umsetzung des § 8a auch eine Ressource für neue Verhaltensweisen, Ziele von Familien und die Zusammenarbeit mit den Beratern sein kann.

 

In der gemeinsamen Diskussion über die Chancen und Grenzen des §8a für ein Ressourcen orientiertes Arbeiten mit Familien profitieren wir gerne von Ihren Erfahrungen.

Doris Becker

Armin Dappen 

Ulla Wolter-Cornell und Tobias von der Recke: Therapie und gutes essen - Ein gelungenes systemisches Hirngespinst

Grundlage dieses Workshops sind die Erfahrungen, die wir in einer sechsteiligen Seminarreihe zwischen Mai 2006 und September 2007 gesammelt haben.

Ausgeschrieben war unser Angebot als gemischte Therapiegruppe, die an folgenden inhaltlichen Schwerpunkten arbeiten sollte:

  • Im Kontakt mit alter Sehnsucht und unbefriedigten Bedürfnissen geht es um neue Lösungen und womöglich „Erlösung“ aus alten Verstrickungen (Liebe, Abhängigkeit, „Orales) und
  • im Kontakt mit altem Ärger und gebremsten Zorn geht es um Aggressionen und ihre gute Nutzung im jetzigen Leben (Autonomie, Abgrenzung, „Anales“)

Wurzel dieses Angebots waren unsere gemeinsame Überzeugung über die wichtige Bedeutung des Herds in der eigenen Familie, die Lust am Kochen und die Freude am Genuss guter Speisen. Die Integration dieser Wurzeln wird sich in guter Weise auf die therapeutische Arbeit auswirken, ja wahrscheinlich ist sie selbst ein wichtiger Teil davon, so unsere Ausgangshypothese.

In unserem Workshop wollen wir gerne erzählen, was wir getan und erlebt haben und verraten hier nur so viel, dass unser Konzept gut aufgegangen ist.

Gleichzeitig laden wir die TeilnehmerInnen ein, einige erste eigene Erfahrungen mit unserem Konzept zu machen, wenn wir uns mit den Themen Essen, Küche und Kochen und der Bedeutung in der eigenen Herkunftsfamilie beschäftigen

Unser Workshop wird nicht in der Küche stattfinden, wir werden aber dennoch dafür sorgen, dass auch der Gaumen auf seine Kosten kommt.

Ulla Wolter-Cornell

Tobias von der Recke

Brigitte Blum: Technik der Emotionalen Freiheit

Die Technik der Emotionalen Freiheit ist eine Methode aus dem Bereich der energetischen Psychologie. Sie beruht auf der Annahme, dass traumatische Geschehnisse in unserem Energiefeld Spuren, Narben und Verletzungen hinterlassen und so zu Blockaden führen. Diese Energieblockaden manifestieren sich als negatives Gefühl, Angst, Schmerz oder Fehlfunktion.

In der Anwendung werden - der Akupunktur vergleichbar - die Meridianpunkte durch Beklopfen mit den Fingerspitzen stimuliert bei gleichzeitiger gedanklicher Fokussierung des Anliegens/Problems. Der Energiefluss im Körper wird so wiederhergestellt und die energetische Blockade kann gelöst werden. Die Kopplung zwischen ursprünglichem Trauma und emotionaler Reaktion wird aufgehoben, es entstehen möglichkeiten.

Brigitte Blum

 

Ulrike von der Mosel: Systemische Elternarbeit in der stationären Jugendhilfe - zwischen notwendigem Übel und Schlüssel zum pädagogischen Erfolg

Oft entsteht der Eindruck, dass sich die Kinder ohne ihre „schwierigen“ Eltern in der Jugendhilfe besser entwickeln könnten. Doch das KJHG schreibt eine Einbeziehung der Eltern vor und häufig lassen sich Kinder intensiver auf Jugendhilfemaßnahmen ein, wenn sie die „Erlaubnis“ der Eltern haben. Spätestens zur Vorbereitung von Rückführungen wird Elternarbeit unumgänglich.

 

Wie kann der Kontakt zu den Eltern gestaltet und organisiert werden? Welche Möglichkeiten gibt es, mit Konkurrenzsituationen umzugehen? Wie reagiere ich auf Vorwürfe der Eltern?

 

Der Workshop berücksichtigt bei diesen Fragen die beharrliche Loyalität des Kindes / Jugendlichen mit seinen „gescheiterten“ Eltern und gibt Anregungen zu einer gelungenen Kooperation mit der Familie.

Ulrike von der Mosel

Stefan Reichelt und Annette Kissenbeck:„Dissoziative Spurensuche“ bei Kindern und Jugendlichen

Dissoziative Phänomene als Traumafolgestörung werden im Kindes- und Jugendalter häufig übersehen. Sie können als einzelne posttraumatische Symptome auftreten oder auch als  Symptomkomplexe nach schwerer frühkindlicher Traumatisierung (strukturelle Dissoziation).  Auf der Suche nach dissoziativen Spuren bei Kindern und Jugendlichen werden differenzierende anamnestische Hinweise, Verhaltensbeobachtungen und diagnostische Möglichkeiten erörtert. Anhand von Zeichnungen und Spielinszenierungen wird das dissoziative kindliche Selbsterleben veranschaulicht und in einen Zusammenhang mit dem Konzept der Strukturellen Dissoziation gestellt. Die therapeutische Arbeit mit dissoziativen Kindern wird anhand von Malen und Egostate-Arbeit im Kontext innerer und äußerer Systeme erläutert.

Annette Kissenbeck

Stefan Reichelt

Anett Renner: Virtualität als Ressource systemischer Beratung am Beispiel von Gesundheits- und Stressprävention

Gesundheit und Virtualität sind globale Zukunftsthemen ersten Ranges. Die Nutzung des Internets vom Informations- hin zum Kommunikationsmedium nimmt rasant zu und wird in der Beratungs- und Interventionspraxis mit Ausnahme von zielgruppenspezifischer Online Beratung, z.B. Drogenberatung für Jugendliche, noch sehr abwartend betrachtet.

Aufgrund der technologischen Entwicklung sowie heranwachsenden potentiellen Zielgruppen für Online Beratung ist es wichtig, sich fundiert mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

 

Im Workshop sollen Chancen und Risiken von virtueller Beratung anhand pragmatischer Beispiele herausgearbeitet werden.

Es werden ein Mehrebenenmodell, erfolgreiche Beispiele oder auch Szenarien für computerbasierte Diagnostik (am Beispiel von Stress und Burnout), virtuelles  Lernen, Lehren und Beratung vorgestellt sowie klassische Face-to-Face Situationen mit virtuellen Beratungskontakten verglichen. Dabei soll deutlich werden, dass die Prinzipien systemischer Haltungen und Interventionen und nicht die Computertechnik im Vordergrund stehen muss. Der Workshop soll dazu dienen, kritische Sichtweisen für den Bereich der virtuellen Beratung lebendig zu diskutieren, Offenheit zu fördern sowie Lösungsansätze für aufkommende Fragen und Probleme zu erarbeiten. Erfahrungen und hinterfragende Stimmen der TeilnehmerInnen sind willkommen.

Anett Renner

Gerhard Abegg und Herbert Raeithel: Wirtschaft ohnr Werte? Wie Sie in der Wirtschaft in eine Wertediskussion einsteigen können

Werte, eine Mangelware in der Wirtschaft? Ganz sicher nicht, schließlich gibt niemand so viel Geld für die Darstellung der eigenen Werte aus wie die Wirtschaft. Millionen und Abermillionen fließen in Spots zur Markenbildung, zur Positionierung der eigenen Marke, zum Aufbau von Visionen und zur Abgrenzung von anderen Lebenswelten. Nirgends wird so beredt – wenn auch meist verdeckt – eine Botschaft der zu erwerbenden Werte transportiert: da geht es um Zugehörigkeit,  Sicherheit und Tradition, Erfolg und Souveränität, Excitement und Komfort….

 

Folgenden Fragestellungen werden wir mit Ihnen nachgehen:

·        Pacing: Wie können Sie sich einen Zugang zu der Wertediskussion im Profitsektor über den ureigensten Fingerabdruck der Wirtschaft erschließen?

·        Wenn es die Kraft innerer Bilder gibt, welche Kraft hat dann die Bilderwelt der Markenlogos?

·        Welche Werte drücken sich in den Slogans aus, die diese bebilderte Welt kommentieren?

·        Welche Ideen gibt es, um von diesen Werten zu weitergehenden Fragestellungen zu kommen, z.B. im Individual- und Teamcoaching?

 

Wie Sie die Spielmöglichkeiten über die Marke als Einstieg in die Wertethematik nutzen und wie Sie diesen Ansatz weiterführen können, dazu wollen wir Ihnen einige Ansatzpunkte zeigen.  

Gerhard Abegg

Herbert Raeithel

Erika Lützner-Lay: Hirn, Herz und Körper in der Paartherapie

 

Eine entwicklungsorientierte, systemische Sicht der Paardynamik wird integriert mit tiefenpsychologischen Konzepten und neurobiologischen Erkenntnissen. Körperpsychotherapeutische Elemente schaffen Zugang zur unbewussten Dynamik und zur Ressourcenebene des Paares, zum bisher noch nicht Gelebten in der Beziehung.

 

In dieser Gruppenarbeit erarbeiten wir mit Blitzdiagnostik und kurzen Demonstration am Beispiel eines Paarkonflikts in Mikrosequenzen mögliche Weichenstellungen, um „aus der traumatischen in die erotische Spur“ (zitiert nach Schellenbaum) zu begleiten.

 

Körperorientierte Interventionen für Paare können in der Gruppe erfahren werden.

Erika Lützner-Lay

 

 

Monique Breithaupt-Peters: Erkenntnisse der Neuropsychologie im Praxisfeld Jugendhilfe

„Das Gehirn ist die Basis von allem, was wir tun – und unser Gehirn ist das, was wir aus ihm machen.“ So oder so ähnlich lässt sich der aktuelle Forschungsstand der Neurowissenschaften in aller Kürze zusammenfassen. Pädagogisch-therapeutische Interventionen, die ja immer auch Veränderungen im Denken und Tun anstreben, sind also untrennbar mit neuropsychologischen Veränderungen verbunden. Anhand verschiedener neuropsychologischer Erkenntnisse soll gezeigt werden, wie diese im Alltag einer Jugendhilfeeinrichtung zu wertvollen pädagogisch-therapeutischen Arbeitshypothesen führen können. Dabei bietet der neuropsychologische Ansatz auch die Möglichkeit altbewährte Handlungsansätze fachlich neu zu fundieren

Monique Breithaupt-Peters

Gilbert Pregno: Die Entdeckung der Eltern als Erziehende oder "Man wird nicht als Eltern geboren"

Die Elternschule Janusz Korczak entstand 2002 im Rahmen der Stiftung Kannerschlass in Luxemburg. Vereinigungen, Schulen, Betreuungsstätten, Gemeinden, Beratungsstellen wird ein breites Spektrum an Vorträgen, Rundtischgesprächen, Elternrunden, Workshops zu ganz unterschiedlichen Themen zur Verfügung gestellt, die sie dann Eltern anbieten können. Es handelt sich hier um einen primärpräventiven Ansatz, der ressourcenorientiert ist und die Resultate der Bindungsforschung berücksichtigt. Der Begriff „Erziehung“ wird aus  systemischer Sicht beleuchtet, als interaktiven Prozess, bei dem Kinder und Jugendliche von ihren Eltern beeinflusst werden, es aber wiederum die Kinder und Jugendlichen sind, die ihre Eltern erschaffen und maßgeblich an deren persönlicher Entwicklung beteiligt sind. Ab November 2007 arbeiten wir vor Ort in den Entbindungskliniken: im 7. Monat schwangere Mütter und werdende Väter besuchen ein Workshop zum Thema „Man wird nicht als Eltern geboren …“.

Gilbert Pregno

Andreas Fryszer: Im Konflikt ticken Systeme anders: systemisches Konfliktmanagement in hoch eskalierten Konflikten

Hocheskalierte Konflikte verändern die Menschen: die soziale und emotionale Kompetenz nimmt ab. Als Folge  sinken die Ressourcen des Systems gute Lösungen zu finden drastisch. Viele systemische Interventionen setzten erhebliche Ressourcen voraus. Das übliche Methodenrepertoire stößt dann schnell an seine Grenze und der Erfolg bleibt aus. Mit Veränderungen des Kontraktes, der eigenen Rolle und etwas anderen Interventionen lassen sich auch hoch eskalierte Konfliktsysteme erfolgreich unterstützt werden können. So lässt sich weitere Eskalation verhindern und die Voraussetzung für Deeskalation geschaffen. Diese veränderten Interventionen und wann sie sinnvoll zum Einsatz kommen wird vorgestellt. Als Praxisbeispiele werden vor allem Situationen aus dem begleiteten Umgang herangezogen.

Andreas Fryszer

 

Prof. Dr. Yvette Völschow: "Auch das Hirn ist gefragt" - Kollegiale Supervisions- und Coachingverfahren in Landesbehörden

Supervisions- und Coaching können eine Möglichkeit sein, berufliche Reflektions- und Veränderungsprozesse auch dann zu unterstützen, wenn Verhaltensmuster die - wie aus der Hirnforschung bekannt ist, unter bestimmten Bedingungen früh manifestiert werden - zu ungünstigen Handlungsentscheidungen führen, bevor diese überhaupt überdacht werden können. Im Rahmen zweier Modellprojekte wurde die Wirksamkeit kollegialer Supervisions- und Coachingverfahren als niedrigschwellige Unterstützungs- und Reflektionsmöglichkeit in herausfordernden beruflichen Situationen getestet. Geprüft wurde u.a., ob die Verfahren in Institutionen der Landesbehörden Polizei, Justiz und Justizvollzug (die bislang im Vergleich zu sozialen Berufsfeldern wenig entsprechende Angebote aufweisen)  die Akzeptanz institutionalisierter Reflektionschancen auch dann erhöhen, wenn dem - neben individuell eingeschliffenen Mustern - auch die Organisationskultur entgegenzustehen scheint. In der Veranstaltung werden sowohl die Verfahren als auch Projektergebnisse vorgestellt.

Prof. Dr. Yvette Völschow

Dr. Irmgard Bohmann: Gesundheitscoaching als zeitgemäße Umsetzung des Salutogenesekonzepts von Antonovsky

Die natürlichen Fähigkeiten eines Menschen zur Selbstheilung und zum Erhalt von Gesundheit sowie ihre therapeutische Nutzung werden in unserem Gesundheitssystem kaum berücksichtigt. Angesichts der demographischen Entwicklung und der ausufernden Kosten gewinnen die Ideen der Salutogenese immer mehr an Bedeutung.

Dazu kommt, dass für viele Menschen der Erhalt ihrer Gesundheit und damit ihrer Lebensqualität ein erstrebenswertes Ziel ist. Das Salutogenesekonzept lässt sich optimal durch die Beratungsform Coaching umsetzen. Coaching ist Prozessbegleitung, in der neue Ideen für Veränderung, neue Denk- und Handlungsoptionen entwickelt werden. Wie dies konkret aussehen kann, welche Haltung, welche inneren Bilder und welche Methoden wann hilfreich sein können, wird im Workshop erarbeitet.

Dr. Irmgard Bohmann

Prof. Dr. Constanze Schulze: Suchen, Sichten, Sichern fantastischer Bildgeschichten

Integration narrativer und kunsttherapeutischer Methoden in der systemisch familientherapeutischen Arbeit   

 

Kunsttherapie dient aufgrund des vielfältigen Einsatzes unterschiedlichster künstlerischer Methoden und Verfahren der Aktivierung und Intensivierung visueller und nonverbaler Kommunikationsprozesse. Charakteristisch dabei ist nicht nur die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten bildnerisch-ästhetischer Ausdrucks- und Dialogformen, sondern vor allem auch die fortlaufende Transformation und sinnstiftende Synthese von Erinnerungs-, Gegenwarts- und Zukunftsbildern.

Im Rahmen des Workshops soll das Potenzial der Integration narrativer und kunsttherapeutischer Methoden in der systemtherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Anhand exemplarischer Beispiele und Übungen soll die besondere Eigendynamik künstlerisch-kunsttherapeutischer Prozesse veranschaulicht, erfahren und reflektiert werden, z.B. wie spontan auftauchende Erinnerungen in eine vermittelbare Form gebracht, in eine fantastische Bildgeschichte eingebunden und für die anfängliche Bestimmung möglicher Systemveränderungen fruchtbar sein können.

 

 Prof. Dr. Constanze Schulze

Jan Bleckwedel: Systemische Therapie in Aktion

Aktionsmethoden sind in der Arbeit mit Gruppen und in Fortbildungen seit langem beliebt und anerkannt. Die Ergebnisse der Neurobiologie bestätigen die Erfahrung der Wirksamkeit und liefern aktuell gute Argumente für einen breiten Einsatz erlebnisintensiver Methoden. Doch wie kommen Therapeuten mit Paaren und Familien in Bewegung? Der Workshop gibt einen Überblick über Ideen und Konzepte, die einen kreativen und verantwortungsvollen Einsatz von Aktionsmethoden ermöglichen und leichtern. Eine Auswahl systemischer Aktionstools wird demonstriert.

Literatur: Jan Bleckwedel (2008), Systemische Therapie in Aktion, Kreative Methoden mit Familien und Paaren, Vandenhoek&Ruprecht.

Jan Bleckwedel

 

Gaby Breitenbach und Harald Requardt: Möglichkeiten und Chancen einer Teilearbeit für KlientInnen mit komplexer Traumatisierung

Bedeutsame Lebenserfahrungen finden sich innerhalb der inneren Landkarte unserer KlientInnen wieder. Teilearbeit als Arbeitsansatz bietet eine Möglichkeit, diese „Erfindung“ zu konzeptionalisieren und somit den Zugang zu ermöglichen oder zu erleichtern zu verschütteten, abgelehnten oder auch bislang verschlossenen Anteilen des eigenen Selbst. Therapeutisch bieten sich so neue Möglichkeiten in der Beschreibung und Behandlung von sonst nur schwer sinnhaft erlebbarer innerer und äußerer Realitäten. Auf der Grundlage verschiedener Konzepte wie der strukturellen Dissoziation (Nijenhuis), der psychodynamisch-imaginativen Traumatherapie (Reddemann), der inneren Familie (Schwartz), sowie unserem eigenen Modell wollen wir in Theorie und Praxis illustrieren, und anhand von Übungen erfahrbar machen, welche Vorteile mit einer solchen Perspektive einhergehen können.

Gaby Breitenbach

Harald Requardt

Anke Nottelmann: Ein praxisorientierter Behandlungsansatz bei komplexer Traumafolgestörung

Das Seminar gibt einen Überblick über die Ausprägungen von chronischer Traumatisierung, die sich in Traumafolgestörungen wie der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung und verschiedenen dissoziativen Störungsbildern manifestiert.

Basierend auf neuen neurobiologischen Forschungsergebnissen wird das Verständnis für den Prozess der chronischen Traumatisierung auf hirnmorphologischer und  phänomenologischer Ebene vermittelt. Es wird ein diagnostischer Zugang vorgestellt, der sich an den  Ressourcen der Betroffenen orientiert. Unter Einbeziehung relevanter Theoriemodelle wie die der Strukturellen Dissoziation, der  Bindungstheorie und der Ego-State-Therapie wird ein praxisorientierter Leitfaden für die Behandlung gesponnen. Anke Nottelmann 

 

Thomas Bay und Renate Weihe-Scheidt: Depression und Familie

Hat die Familie den/die PatientIn depressiv gemacht oder macht die Depression die ganze Familie krank? Die Frage ist so nahe liegend wie müßig.  Immer betreffen depressive Erkrankungen die ganze Familie. Beide Partner sind oft in belastende Muster von Schuldgefühlen   - Überfürsorge – Abhängigkeit und Wut verstrickt. Für die Bedürfnisse der  Kinder bleibt oft wenig Raum.

Paar- und Familiengespräche sind daher ein wichtiger Bestandteil der Behandlung, zur Entlastung aller und  zur Veränderung disfunktionaler und leidvoll erlebter Interaktionsmuster.

Im Workshop werden typische Interaktionsmuster „depressiver Familien“ dargestellt und Schwerpunkte und Methoden der paar- und familientherapeutischen Arbeit mit diesen Familien erläutert.

Thomas Bay

Renate Weihe-Scheidt

Jimmy Bruhs: "Forward to the roots" - Alte systemische Wurzeln neue Triebe schlagen lassen

Sich von neuen Forschungsergebnissen zur Weiterentwicklungen von bestehenden Konzepten anregen zu lassen, ist ein gängiges und erfolgreiches Vorgehen wissenschaftlicher Arbeit (Nutzen aus dem Neuen ziehen). Daneben kann aber auch die Auseinandersetzung mit den alten Wurzeln der Systemischen Methode immer noch fruchtbar sein, neue Triebe sprießen zu lassen (Nutzen aus dem Alten ziehen).  Dieser Idee folgend, wird ein neuer Ansatz zur Lösung von sog. chronischen Problemen vorgestellt. Praxisnah wird aufgezeigt, wie KlientInnen angeregt werden können, neue Wege zu beschreiten. Es wird ein Konzept zur Generierung unerwarteter und ungewöhnlicher Lösungswege zur Diskussion gestellt, welches neurobiologische Erkenntnisse integriert (Nutzen aus dem Neuen und Alten ziehen).

Jimmy Bruhs