Approbation
 

Workshops

Dr. Georg Singe: Zwischen Fundamentalismus und Aufklärung - religiöse Dimensionen in der therapeutischen Arbeit mit Migrantenfamilien

Religiöse Haltungen und Sinnkonstruktionen können die Dysfunktionalität sozialer Systeme in ihrer Stabilität unterstützen oder aufweichen. In der Systemanalyse und den Interventionsstrategien kommt die Reflexion auf stabilisierende oder befreiende religiöse Weltbilder in Beratungs- und Therapieprozessen oft zu kurz.

In diesem Workshop wird an einer Falldarstellung und ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmenden gezeigt, dass religionspsychologische Modelle reifer Religiosität die Selbstorganisation des therapeutischen Prozesses unterstützen können.

Die Selbstreflexion der Positionierung eigener therapeutischer Haltungen im Hinblick auf religiöse Sinnstrukturen ist ebenso entscheidend für den Erfolg der Therapie wie die Wahrnehmung der Selbstorganisation religiös verankerter Sinn- und Selbstwertkonzepte bei den Klienten.

 

Dr. Georg Singe

Ruth Lindner und Bernd Brass: Aus der Praxis der Jugendhilfe: "Wenn der Bauch dem Kopf dazwischen kommt...!"oder "Helfersysteme denken Klienten lenken"

„Starke“ Jugendliche und Kinder folgen ihrer eigenen Landkarte durch ihr Leben. Diese passt häufig nicht zu familiären und gesellschaftlichen Ansprüchen. Mitarbeiter/ innen von Jugendämtern und freien Trägern der Jugendhilfe sehen oft nicht diesen eigenen, auch wertvollen, Weg der Betroffenen, sondern deuten ihn als Orientierungslosigkeit, Verirrung und, je nach Symptom, auch als krank. Wenn wir die Biografie von Jugendlichen und Kindern mit ihnen erarbeiten, finden wir meistens schlüssige Hinweise auf  Entbehrungen und Belastungen, die nachvollziehbar machen, warum Angst und Trauer, die nicht ausgehalten, in Wut und Aggressivität umgewandelt, wird. Kinder und Jugendliche zeigen sich als "Transformer". Einige scheinen sogar genau zu wissen, welche Dosis an Drogen sie sich wie lange geben müssen, damit sie überleben.

Im Workshop werden wir über interessante Phänomene aus der Praxis sprechen. Wir zeigen Videoaufnahmen und bieten Experimente, die „andere“ Verhaltensweisen begreifbar machen können.

 

Ruth Lindner

Bernd Brass

Dr. Ulrike Eisentraut: Kriegsschicksale - und die transgenerationalen Auswirkungen auf Familien

„Unser Gehirn macht aus flüchtigen Eindrücken bleibende veränderte Verbindungen zwischen Nervenzellen. Aus Erlebnissen der Seele werden Spuren im Gehirn.“(M. Spitzer)

Obwohl der 2. Weltkrieg mehr als 60 Jahre vorbei ist und die zerstörten Städte längst wieder aufgebaut wurden, begleiten Familien noch innere Bilder aus dieser Zeit. Menschen, die den Krieg jung oder als Kinder erlebten, haben bis heute lebhafte Erinnerungen an Bombennächte, Hunger, Tod, Flucht und Vertreibung. Viele können gut damit umgehen. Andere haben „unsagbares“ Leid tief in sich vergraben. Die „vergrabenen Inneren Bilder“ und die damit verbundenen Gefühle, Überzeugungen und Delegationen haben auch ihre Familien geprägt.

An Praxisbeispielen werden unterschiedliche therapeutische Ansätze zur Veränderung Innerer Bilder und der damit verbundenen Glaubenssätze und  Lebensgefühle vorgestellt. 

Der Workshop lädt die TeilnehmerInnen auch zur Reflektion ihrer eigenen Geschichte ein.

Am Ende könnten Anregungen stehen für die Begegnung mit Menschen, die aus unterschiedlichsten Kriegsgebieten der Welt noch heute (z.B. nach Essen) flüchten.

 

Dr. Ulrike Eisentraut

Monica Streicher-Pachmann: Im Zentrum des Wirbels - Der Ort der Spiritualität im systemischen Denken

 Wenn wir mit Klientinnen und Klienten gemeinsam Veränderungen vorbereiten oder betrachten, nutzen wir vorhandene Kraftquellen, die auf verschiedenen Ebenen der Persönlichkeit liegen. Während manche Ressourcen wie z.B. Freundschaften leicht benannt werden können, werden die Zugänge zur Spiritualität vorsichtig, eher zögernd präsentiert. Die Kräfte, die benannt werden, können gut in den Prozess eingebunden werden. In dem freien Zugang zur Spiritualität liegen, wie sich aus der Arbeit mit traumatisierten Menschen zeigt, starke unabhängige Möglichkeiten, das persönliche Leben aufzurichten und mutig den nächsten Schritt zu wagen.  Als Therapeuten brauchen wir diesen freien Zugang auch dann, wenn wir Menschen begleiten, die aus anderen Kulturen kommen .

Im Workshop betrachten wir zunächst den Umgang mit Geheimnissen und spiritueller Kraft. Wir werden Übungen erproben, die die spirituelle Kraft einbeziehen und die in der praktischen Arbeit mit Suchenden angewendet werden können.

 

Monica Streicher-Pachmann

Alexander Korritko: Heilende Geschichten - Trauma Exposition mit traumatisierten Kindern

Wenn wir Kinder aus Pflegefamilien erleben, begegnen uns fast immer die tapferen kleinen Überlebenden innerfamiliärer Traumata. Sie haben in Familien gelebt, in denen unverarbeiteter Stress von einer Generation an die nächste weitergegeben wurde. Sie wurden durch Bindungspersonen traumatisiert oder durch häufige Wechsel oder multiple Verluste von Bezugspersonen in ihrem Bindungsverhalten nachhaltig beeinflusst. Als professionelle Helfer haben wir einerseits die Aufgabe, ihnen zu helfen, ein positives Bild ihrer Herkunft zu entwickeln und den Kontakt zu ihrer Familie zu fördern. Andererseits müssen wir dazu beizutragen, für jedes Kind eine dauerhaft sichere äußere Umwelt mit liebevollen Bezugspersonen zu gewährleisten.

 

Wie können wir aber damit umgehen, wenn das Kind durch innere oder äußere Bilder – zum Beispiel im Kontakt mit den leiblichen Eltern - an seine Geschichte erinnert wird oder in der Pflegefamilie extreme Phänomene der Über- oder Untererregung zeigt, die in der Sprache der Psychotraumatologie als „Hyperarrousal“ und „Dissoziation“ bekannt sind?

 

Neben der Vermittlung eines Verständnisses der neurobiologischen Prozesse bei frühkindlicher Traumatisierung soll in diesem Workshop für die Arbeit mit Kindern die therapeutische Intervention der Trauma-Erzählgeschichte vorgestellt und mit einem Video-Beispiel demonstriert werden. Sie knüpft an den Ressourcen der Herkunftsfamilie, der Pflegefamilie und nicht zuletzt auch an denen des Kindes selbst an.

Alexander Korritko

Katherine Rittenberg-Cogan: Resilienz und Spiritualität als wichtige Ressourcen für Systemische Supervisoren in der Arbeit mit Migranten

Resilienz steht für die Fähigkeit, sich trotz schwierigster Lebensbedingungen und oft traumatischer Situationen immer wieder zu fangen und neue Wege zu finden, ja sogar daran zu wachsen und Krisen als Herausforderung zu betrachten. Resilienz und Spiritualität sind wichtige Ressourcen für Super-visoren, die mit Migranten arbeiten – Klienten, die häufig traumatische Erfahrungen gemacht haben.

 

Der Workshop untersucht Strategien, durch die der Prozess der Supervision Migranten dazu anregen kann, sich an ihre neue Umgebung anzupassen, indem sie ihre Resilienz und Spiritualität aktivieren, wie auch Schritte, diese Ressourcen ebenfalls bei Supervisanten und Supervisoren zu aktivieren.

 

Die o.g. Themen bearbeiten wir durch kurze theoretische Inputs, Selbsterfahrungsübungen und Beispiele aus der Praxis der Leiterin in Team- und Fallsupervision, z.B. in Beratungsstellen, in der Sozial-Pädagogischen Familienhilfe, in Jugendämtern, Zentren für Politische Flüchtlinge usw.

Katherine Rittenberg-Cogan

Gisela Keil: Wie die Bilder laufen lernen - lösungsorientierte Supervision

Seitdem neurowissenschaftliche Erkenntnisse darauf hinweisen, daß innere Bilder im Gehirn ähnliche Erlebniswelten erzeugen wie tatsächlich erlebte, rückt die Arbeit mit der Wunderfrage und die Herstellung einer Lösungstrance im lösungsorientierten Ansatz in den Vordergrund. Hierbei  kommt es darauf an öffnende Bilder herzustellen, die für die Supervisanden attraktiv  und wichtig sind.

Der Workshop beschäftigt sich damit, wie die Problemtrance distanziert und ein attraktives Lösungsbild imaginiert werden kann. Um Nachhaltigkeit zu erzeugen, werden diese  Bilder  anschließend  kleinschrittig in eine kurzfristig zu  handhabende Realität umgesetzt.

Gisela Keil

Maria Behr und Monika Heinzel-Junger: Die Wirkung von Bildern im Sand

Über der Arbeit mit dem Sand steht die Idee durch das Gestalten mit den Händen im Sand, dem Unbewussten nahe liegende innerpsychische Anteile sichtbar zu machen. Im Herstellen von Bildern – im Handeln – können sich Menschen im wahrsten Sinne des Wortes wieder neu begreifen. Das Sandspiel - nach Dora M. Kalff - und seine Symbole gehört zu den projektiven und nonverbalen Verfahren.

Wechselwirkungen und Wirkweise werden in Praxisbeispielen (aus der Paartherapie; Kinder- und Jugendlichentherapie u.a.) dargestellt.

Maria Behr

Monika Heinzel-Junger

Annegret Sirringhaus-Bünder: "Das Gehirn, die Träume und der Wunsch nach einem besseren Leben" - Die Praxis der video-unterstützten Beratung nach der Marte Meo Methode

Viele Eltern träumen von einem harmonischen Familienleben, Erzieher/innen oder andere Fachkräfte von einem leichteren Umgang mit den ihnen anvertrauten schwierigen Kindern. Die neuere Gehirnforschung belegt, dass Veränderungen in unserer Wahrnehmung  und unseren Überzeugungen einfacher über die Veränderung von internalen Bildern zu erreichen sind.

Die Videoberatung nach der Marte Meo-Methode macht sich dies zueigen und bietet eine fachliche Beratung an, die sich auf die Kraft der inneren Bilder stützt. Entwicklung wird unterstützt, indem über eine spezielle Art der „Einsicht“ Prozesse angeregt werden, die die inneren Bilder nachhaltig verändern.

Videodemonstrationen geben im Workshop einen Einblick in die praktische Arbeitsweise einer Marte Meo-Beratung.

Annegret Sirringhaus-Bünder

 

 

Günter Schiepek und Andreas Manteufel: Neurobiologie und Psychotherapie - Theorie und Praxis

Unser Workshop thematisiert das aktuelle Wissen um die dynamischen Vorgänge im Gehirn bei  therapeutischen Prozessen. Dieses Wissen wirft viele Fragen auf: Inwieweit ist Neurobiologie über Therapie beeinflussbar? Inwieweit sind therapeutische Veränderungen in bildgebenden Verfahren objektivierbar? Wie gehen Therapeuten, wie gehen Patienten mit diesem Wissen um, welche Bedeutung hat es für Menschenbild und Krankheits- bzw. Gesundheitsmodelle?

Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen keine besonderen Vorkenntnisse mitbringen. Die Referenten informieren aus der Forschungsküche und aus der klinischen Praxis, vor allem möchten sie mit der Teilnehmergruppe über die komplexen und heiklen Implikationen neurobiologischer Fortschritte für das Unternehmen Psychotherapie diskutieren.

Günter Schiepek

Andreas Manteufel

 

Christiane Lier und Holger Lier: Prozessorientierte Aufstellungsarbeit

Kann  Aufstellungsarbeit auch systemisch genutzt werden?

 

Ein Forum für alle systemische FamilientherapeutInnen und - beraterInnen, die in ihrer Arbeit die Methoden der Aufstellungsarbeit anwenden oder anwenden wollen.

Nachdem die Aufstellungsarbeit lange Zeit sehr polarisierend gewirkt hat, ist es an der Zeit, die Diskussion auf einer fachlichen Ebene weiterzuführen.

Ziel dieses Forum ist es, den Erfahrungsaustausch unter KollegInnen zu ermöglichen.

 

Unter Anderem  möchten wir folgenden Fragen nachgehen:

  • Wie kann diese Methode aus familientherapeutischer/systemischer Sicht  sinnvoll angewendet werden.
  • Wie haben Sie die Methode gegenüber Klienten vertreten?
  • Wie haben Sie diese Methode gegenüber anderen KollegInnen vertreten?
  • Gibt es Unterschiede zwischen DGSF- Therapeuten und Therapeuten, die nach B. Hellinger arbeiten?
  • Wie erklären Sie das Phänomen der repräsentierenden Wahrnehmung?
  • Dabei interessieren uns die Erfahrungen, die Sie gemacht haben

Das Forum wird moderiert, u.a. auch Arbeit in Kleingruppen

 

Christiane Lier

Holger Lier

 

 

Anne M. Lang: Veränderung Hypno-systemisch initiieren - das Bonner Modell

Im Workshop wird gezeigt wie Systemisches Denken und Arbeiten mit Ericksonschem Ressourcenfokussierendem Vorgehen gewinnbringend erweitert werden kann.

Als originär systemisch kann man ein Vorgehen ansehen, das Ziel- und Auftragsklärung, die Metaperspektive mit Frageinterventionen und Skulpturentechnik beinhaltet. Dieses wird ergänzt durch Ericksonsches Arbeiten mit Geschichten- und Metaphernarbeit, Konversations- Interventionen, Beachtung von impliziten und expliziten Suggestionen der Kommunikation und in der Psychotherapie auch mit formaler Trancearbeit.

Im Bonner Modell kombiniere ich Systemische Prozessarbeit mit Ericksonscher Schleifenarbeit zu einem Vorgehensstrang. Dieser wird im Workshop in einer Lifedemonstration vorgestellt und dann in Workshopübungen erfahrbar gemacht.

Anne M. Lang

 

Karl-Heinz Pleyer: "Coaching für Eltern als Methode zur Auflösung co-traumatischer Prozesse" zwischen Eltern und Kindern

„Coaching für Eltern als Methode zur Auflösung co- traumatischer Prozesse“ zwischen Eltern und Kindern

 

Erzieherische Inkompetenz oder scheinbare Verantwortungslosigkeit von Eltern lassen sich ebenso wie die sog. Verhaltensstörungen von Kindern oft als traumatische Bewältigungsprozesse erklären. Sowohl die transgenerationale Weitergabe traumatischer Erfahrungen wie auch das Trauma des Scheiterns in der Elternrolle sind als Faktoren bekannt, die die Bewältigungsmöglichkeiten des Kindes überfordern können. Eine systemische Perspektive auf das Trauma rückt vor allem die wechselseitige traumatische Beeinflussung zwischen Eltern und Kind in den Blickpunkt. Cotraumatische Prozesse bilden dauerhaft stabile Interaktionsmuster aus, die therapeutisch oft nur schwer zu durchbrechen sind.

 

Trauma- orientiertes Elterncoaching und kindertherapeutische Interventionen werden als Komponenten eines ganzheitlichen Ansatzes vorgestellt, die erst in ihrem Zusammenwirken nutzbar werden, um die Neugestaltung von Eltern- Kind- Beziehungen und eine Auf- Lösung hartnäckiger Teufelskreise zu ermöglichen.

Karl-Heinz Pleyer

 

 

Irene Hochstrat: Systemische Trauerbegleitung für Familien in psychosozialen Kontexten

Systemische Trauerbegleitung für Familien in psychosozialen Kontexten

 

In allen psychosozialen Tätigkeitsfeldern begegnen uns Familiensysteme mit besonderen Fragestellungen, wie dem Umgang mit Trennung, Abschied, Verlust, Sterben und Tod. Als Familienberater und Therapeuten erfordern diese Themen die eigene Auseinandersetzung damit und entsprechende Interventionen um den Betroffenen neue Formen des Umgangs miteinander und mit den Fragestellungen  zu ermöglichen. Im Rahmen des Workshops soll die Integration des Themas Trauer in die Systemische Familienberatung aufgezeigt, für die Bedeutsamkeit  sensibilisiert und für die Beratung mit Trauerden angemessene Handlungsstrategien vorgestellt werden.  Es werden verschiedene Arten von Verlusten, aktuelle Konzepte und methodische Grundlagen für die Beratung von Trauernden vermittelt.

 Irene Hochstrat

Michael Bachg: Feeling-Seen

feeling-seen – eine körperorientierte Psychotherapie für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern auf der Grundlage von Pesso Boyden System Psychomotor (PBSP),

entwickelt und vorgestellt von Michael Bachg

 

Feeling–seen zeigt Wege auf, wie es gelingt, Kinder, bzw. Jugendliche und Eltern in Problemlagen zusammenzuführen. Anhand ausgewählter Videosequenzen erhalten Sie einen Einblick in die therapeutische Arbeit mit der Familie, bei der die spezifische Perspektive des Kindes, bzw. des Jugendlichen auf sich selbst, das eigene Leben und die Umgebung im Mittelpunkt steht.

 

Es ist beeindruckend mitzuerleben, wie mit Hilfe spezifischer Techniken, wie z.B. dem minutiösen Verfolgen der gegenwärtigen Bewusstseinsinhalte - „Microtracking“ genannt - die inneren Bilder der Kinder, ihre Emotionen und Gedanken sichtbar und hörbar werden. Diesen Prozess mitzuerleben, kann Eltern dabei helfen, ihr Kind besser zu verstehen, seine Entwicklungsbedürfnisse zu erkennen und das eigene Interaktionsverhalten sowie ihre Beziehung dem Kind gegenüber zu vertiefen.

 

Anwendungsbereiche: Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Familientherapie, Elterncoaching

Michael Bachg 

 

 

 

Björn Enno Hermans und Oliver Kucklinski: Alles eine Frage der Haltung?! Systemische (Be-)Handlungsmöglichkeiten bei Anorexia Nervosa und anderen "Hirngespinsten in der Praxis der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Lösungsorientierung, Ressourcenfokussierung, minimale Rigidität und Familienarbeit ?

Diese und viele weitere Zutaten gehören zum pflegerisch-pädagogischen und therapeutischen Konzept der systemisch ausgerichteten Jugendlichenpsychotherapiestation der Elisabeth-Klinik in Dortmund.. Dabei scheint die gemeinsame Haltung der handelnden Personen ein wesentlicher Wirkfaktor zu sein, um mittels Externalisierung gemeinsam gegen das „Hirngespinst“ Anorexie vorzuegehen. Diese Symptomatik dient als Beispiel, wobei per Video besonders viele Expertinnen (Klientinnen) selbst zu Wort kommen und aus ihrer Sicht das Vorgehen einer eng verzahnten systemischen Pädagogik und Therapie kommentieren.

Der Workshop soll das Konzept erfahrbar machen, aber auch genug Raum für gemeinsame Diskussion, Austausch und Entwicklung von Ideen bieten.

Björn Enno Hermans

Oliver Kucklinski

Inés Brock: Geschwisterschaft als seelische Gesundheitsförderung in Familien- Über den Nutzen von Geschwistern in der Kindertherapie insbesondere in Transitionsphasen

Wenn wir heute über Familientherapie sprechen, beziehen wir uns oft auf die Eltern und ihre Bindung zu dem Kind, was ein Symptom entwickelt hat. Geschwister als Ressource für die seelische Gesundheit in der Kindheit sind seltener im Bewusstsein von Psychotherapeut/innen. In dem Workshop möchte ich drei Aspekte vertiefen und mit praktischen Beispielen untersetzen.

 

(1)   Am Lebensbeginn und in Phasen der Übergänge gewinnt die Erfahrung von Bindung und Nähe in der horizontalen Bezugsebene in Familien an Bedeutung. Wie können normative und nichtnormative Krisen für Kinder in Familien mit Hilfe der Geschwister bewältigt werden?

 

(2)   Primärprävention für Mehrkindfamilien vor der Geburt eines Geschwisters beugt perinatalen und postpartalen Krisen vor. FamGeb® als bedürfnisorientiertes holistisches Kurskonzept für die ganze Familie wird vorgestellt.

 

(3)   Je älter Kinder werden, desto wichtiger werden Geschwisterbeziehungen, wie können wir diese auch neben der Einbeziehung der Eltern in die Kindertherapie als Teildynamik des Familiensystems nutzen?

Inés Brock

 

 

Bernd Reiners: Kinderorientierte Familientherapie - BOF

Kinderorientierte Familientherapie - BOF – ist von dem norwegischen Psychologen Martin Soltvedt entwickelt worden. BOF führt die Kinderperspektive in die familientherapeutische Arbeit ein und ist geeignet für Familien mit Kindern im Spielalter, bis zu ca. 11 Jahren, die bei gewöhnlichen Familiengesprächen leicht „untergehen“. Der Fokus liegt auf der gemeinsamen Handlung (samhandling) in der Familie. Dazu treffen sich Eltern und Kind zum Spiel z.B. mit Holzfiguren im Sandkasten. Das BOF-Spiel spiegelt sowohl das Innenleben des Kindes wie die Beziehungsmuster der Familie. Das Spiel wird gefilmt und mit den Eltern diskutiert.

Das eigentlich Neue sind also im Wesentlichen zwei Elemente: 1. Dass Kinder und Eltern gemeinsam (mit dem Therapeuten) spielen und 2. dass diese Spielsequenz aufgenommen und anschließend diskutiert wird.

 Im Workshop wird die Methode anhand von einer kurzen Sequenz vorgeführt. Die Teilnehmenden lernen das Spielmaterial von BOF ebenso kennen wie das strukturierte Setting.

 Bernd Reiners

Rüdiger Beinroth: Systemische Intervision - Modelle kollegialer Beratung zur Aktivierung beider Gehirnhälften

Systemische Intervision –

Modelle Kollegialer Beratung zur Aktivierung beider Gehirnhälften

 

Kollegiale Beratung, auch als Intervision bekannt, ist eine selbstorganisierte Beratungsform mit klarer Struktur, festgelegten Zeitvorgaben und klaren Regeln der Zusammenarbeit.

 Ausgehend von einem bewährten Grundmodell Kollegialer Beratung werden Variationsmöglichkeiten für den Einsatz in verschiedenen Arbeitsfeldern und mit unterschiedlichen Beratungsanliegen vorgestellt. Dabei lernen die Teilnehmenden analoge und kreative Modelle kennen, die unsere vielfältigen Wahrnehmungsbereiche ansprechen und dadurch beide Gehirnhälften aktivieren.

 Der Workshop ist so angelegt, dass sowohl intervisionserfahrene Kolleginnen und Kollegen, als auch Neueinsteiger/innen davon profitieren können. Zu allen vorgestellten Modellen erhalten die Teilnehmenden am Ende des Workshops Arbeitspapiere, mit Hilfe derer sie selbständig weiterarbeiten können.

Rüdiger Beinroth

Prof. Dr. Jörg Baur:Die Illusion der Willensfreiheit (!?) und andere neurowissenschaftliche Perspektiven auf Theorie und Praxis systemisch-konstruktivistischer Supervision

Der Workshop führt die Auseinandersetzung mit grundsätzlichen neurowissenschaftlichen  Positionen und Perspektiven, wie sie Jörg Baur im Symposium: „Systemische Supervision – neuronale und organisationale Vernetzungen“  referiert, weiter. Es werden Bezüge hergestellt zu einem neurowissenschaftlich inspirierten systemischen Supervisionskonzept insbesondere anhand der Frage der „Willensfreiheit(!?)“ in supervisorischen Kontexten. Ziel des Workshops ist es, einen praxisbezogenen Diskurs zu führen, der die je eigene Positionierung zu relevanten neurowissenschaftlichen Beiträgen ermöglicht und weiter entwickelt.

 

Prof. Dr. Jörg Baur

Dr. Saskia Erbring und Steven Pennings: Supervision und Pädagogik - Was wir voneinander lernen können

 

Welche Vorstellungen haben Pädagogen und Pädagoginnen von Supervision, welchen Bedenken und welchen Erwartungen begegnen wir in wissenschaftlichen Untersuchungen und in unserer täglichen Arbeit? Und wie denken Supervisoren und Supervisorinnen über Pädagogik, was sind deren Erfahrungen und welchen Nutzen hat pädagogisches Denken für die Supervision? Diesen Fragen gehen wir in dem Workshop nach und skizzieren ein Konzept, in welchem Supervision als ein Lernprozess und Pädagogik als eine Beratungstätigkeit verstanden wird. Gestützt werden unsere Thesen durch Erkenntnisse aus Neurobiologie, pädagogischer Forschung und Supervisionsforschung. Ausgehend von einigen Schnittmengen aus Pädagogik und Supervision werden Konsequenzen für das professionelle Selbstverständnis von Supervisoren/Supervisorinnen und Pädagogen/Pädagoginnen erarbeitet.

Dr. Saskia Erbring

Steven Pennings

 

Judith Faust und Andrea Siebeneich: Wachkoma - Ein systemisches Puzzle?!

WACHKOMA – Ein systemisches Puzzle ? !

Soma oder Psyche ODER: Henne oder Ei

Zum Thema „Leben im Wachkoma“ werden in diesem Workshop medizinische wie u. a. neurologische und neurobiologische Ansätze mit traumatherapeutischen und systemtherapeutischen Elementen verknüpft.Zu Beginn wird eine exemplarische Falldarstellung gegeben,  anhand derer die „Puzzle-Teile“ und deren intra- und interindividuellen Verbindungen und Brüche exemplarisch deutlich werden.Ausgehend von dem Leitgedanken, eine den Menschen fördernde systemische Vernetzung zu unterstützen, möchten wir dann gemeinsam mit den Teilnehmern Ressourcen entdecken und systemische Ideen entwickeln. 

Judith Faust

Andrea Siebeneich

Gerhard Tersteegen Haus

Fachabteilung für Wachkoma

 

 

Janine Born: Systemisches Arbeiten mit Demenzpatienten und deren Angehörigen

Die Demenz ist eine der häufigsten Erkrankungen im Alter und umfasst Störungen des Gedächtnisses, der Sprache, des Denkvermögens, des Erkennens und die  Orientierung sowie die Handhabung von Gegenständen und führt zu veränderter Leistungsfähigkeit, Persönlichkeit und Verhalten. Eine Demenz verändert nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern auch deren Familien. Der systemische Ansatz bietet die Möglichkeit, vor allem im Anfangsstadium Betroffene und deren Angehörige bei der Krankheit zu begleiten und Unterstützung zu geben. Anhand vieler Praxisbeispiele werden die Möglichkeiten der systemischen Beratung im Rahmen der Demenzbetreuung dargestellt und diskutiert. Die Teilnehmer des Workshops werden motiviert, eigene Ideen im Umgang mit älteren Klienten und deren Familien zu entwickeln und den Umgang mit dem eigenen Alter zu reflektieren.  

 

Dr. rer. nat. Janine Born