2015_Multifamilienarbeit und -therapie

Multifamilienarbeit und Multifamilientherapie sind ein in den letzten Jahren stark wachsendes und populärer werdendes Setting des Systemischen Arbeitens.

 

An über 80 Standorten in Deutschland wird mittlerweile Multifamilienarbeit durchgeführt, sowohl im Kontext der Jugendhilfe, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, aber auch im Feld Schule.

 

Das Konzept der Multifamilienarbeit geht ursprünglich auf Ansätze der Gruppentherapie, Selbsthilfe und des sich Unterstützens in nachbarschaftlichen und großfamiliären Strukturen zurück.

 

Die zentrale Idee ist, dass es durch Solidarisierung und Überwindung von Isolation und durch die Gestaltung eines geeigneten Rahmens möglich wird, dass sich Familien mit ähnlichen Problemen gegenseitig unterstützen und voneinander lernen und profitieren können.

 

Im Rahmen des Fachtages erfolgt zunächst eine Einführung in die Geschichte und Theorie der Multifamilienarbeit. Danach werden praktische Settings der Umsetzung vorgestellt. Hierzu zählen:

 

Multifamilienarbeit im Rahmen einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, zwei teilstationärer Jugendhilfeeinrichtungen, einer Familienschule, einer Familienfreizeit, sowie verschiedener präventiver Angebote im Rahmen von Hilfen zur Erziehung. Ein ganz besonderes Setting wird mit dem Thema Multifamilienarbeit im Kontext Schule beleuchtet. In sog. Familienklassen werden dort Kinder und Familien begleitet, um u.a. den Verbleib im Regelschulsystem zu ermöglichen.

 

Zu den einzelnen Vorgehensweisen wird es praktische Einführungen und auch kurze Übungen geben. Vor allem soll aber viel Raum für Dialog und Fragen bleiben, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viele für sie passende Anregungen und Impulse mit nach Hause und in ihre Arbeit nehmen können.

 

Referent: Björn Enno Hermans