Systemische Kinder – und Jugendlichentherapie

Die Termine des nächsten Durchgang Systemische Kinder- und Jugendlichentherapie werden demnächst veröffentlicht.

 

Gesamtstundenzahl ca. 350 UStd.

Einführung in die Weiterbildung

Die Aufbauausbildung systemische Kinder- und Jugendlichentherapie will ausgebildeten sys­te­mischen TherapeutInnen die Möglichkeit zur Vertiefung und Spezialisierung im Feld der Kinder- und Jugendlichentherapie geben. Die Praxis zeigt, dass in vielen psychosozialen und thera­peutischen Arbeitsfeldern eine Vertiefung therapeutischer Qualifizierungen mit Kindern und Jugendlichen erforderlich ist. Die Weiterbildung ist als Aufbauausbildung für sys­temische Berater/TherapeutInnen gedacht. Dabei sollen die systemischen Kompetenzen ge­nutzt werden, um eine kreative und effektive therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugend­lichen zu erlernen.

In der Weiterbildung sollen u.a. folgende Themen bearbeitet werden: Kinder und Jugend­liche als identifizierter Patient, die Besonderheiten ihres Entwicklungsstandes, die spezi­fisch­en Charak­teristika ihrer Probleme und ihre spezifischen altersabhängigen Kom­mu­ni­ka­tions­form­en, Diagnostik und Testverfahren, symptomorientierte Behandlungsformen, Trauma­ti­sie­rung bei Kindern und Jugendlichen, Interventionsformen aus unterschiedlichen thera­peu­tisch­en Schulen etc.

Die systemische Kinder- und Jugendlichentherapie kommt von ihrer theoretischen Orien­tie­rung her aus der Systemischen Familientherapie. Die Familie bildet den Rahmen der thera­peu­tischen Tätigkeit, deren Basis wiederum die Theorie des Konstruktivismus und die lösungs­orientierte Therapie bilden. Darüber hinaus finden die modernen Erkenntnisse der Neuro­biologie und Neuropsychologie, die Psychotraumatologie, die Ergebnisse der Bin­dungs­forschung, Zugänge der kreativen Kindertherapie, kinder- und jugendpsychiatrische Er­kennt­nisse sowie die Diagnosekriterien des ICD-10 u.a. ihren Niederschlag und werden in der Weiter­bildung berücksichtigt.

Durch diese Weiterbildung sollen die TeilnehmerInnen befähigt werden, kreativ und effektiv mit Kindern und Jugendlichen im gemeinsamen Gespräch mit ihren relevanten Bezugs­per­son­en, im Einzelkontakt und in der gleichaltrigen Gruppe therapeutisch zu arbeiten.

Zielgruppe und Zugangsvoraussetzungen

Zielgruppen

Angesprochen sind Mitarbeiter der psychosozialen Versorgung die einen Schwer­punkt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehen oder haben.

Die Teilnehmer/innen können z.B. aus folgenden Berufsfeldern kommen: Beratungsstellen, Schule, Kinder­garten, Kliniken, Jugendhilfe, ASD etc.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfügen über eine abgeschlossene system­thera­peutische Grund­weiterbildung.

 

Zugangsvoraussetzungen

  • Bereitschaft für ein selbsterfahrungsorientiertes Lernen
  • Abgeschlossene Weiterbildung in Systemischer Therapie oder Familientherapie oder Familienberatung oder eine entsprechende andere therapeutische Weiterbildung
  • Berufserfahrung und mindestens 3-jährige Praxis­erfahrung
  • Möglichkeit zur therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Ausnahmen sind im Einzelfall möglich und müssen mit der Institutsleitung abgesprochen werden

Für eine anschließende DGSF – Anerkennung ist explizit erforderlich:

A) Hochschulabschluss mit sozial-/humanwissenschaftlicher Ausrichtung und psychosoziale Praxiserfahrungen und Abschluss einer DGSF-/SG-anerkannten Weiterbildung „Systemische Beratung oder Therapie"

oder

Hochschulabschluss mit sozial-/humanwissenschaftlicher Ausrichtung und psychosoziale Praxiserfahrungen und Abschluss einer anderen Weiterbildung im Spannungsfeld von Person, Rolle und Institution, z. B. eine Beratungs- oder Therapieweiterbildung, Umfang mind. 300 UE, als auch eine systemische Fortbildung mit einem Umfang von mind. 100 UE

oder

B) ein qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufs­ausbildung) und Abschluss einer DGSF-/SG-anerkannten Weiterbildung „Systemische Beratung oder Therapie"

oder

ein qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufs­aus­bildung) und Abschluss einer anderen Weiterbildung im Spannungsfeld von Person, Rolle und Institution, z. B. eine Beratungs- oder Therapieweiterbildung, Umfang mind. 300 UE, als auch eine systemische Fortbildung mit einem Umfang von mind. 100 UE.

Weiterbildungsorganisation

Weiterbildungsorganisation

  • 2 dreitägige und 4 zweitägige Blockseminare
  • 8 Supervisionstage
  • 8 Intervisionstage
  • 100 Sitzungen eigene therapeutische Tätigkeit unter Supervision
  • Evaluation der therapeutischen Persönlichkeit
  • Erstellen von 2 Fallberichten
  • Video- oder Livesupervision
  • Teilnahme am Abschlusskolloquium
  • Literaturarbeit

Weiterbildungsinhalte

Inhalte der Weiterbildungsabschnitte:

 

1. Blockseminar: Vom Erstinterview zu Hypothesen über Kinder und Jugendliche

Installation der Weiterbildungs- und der Intervisionsgruppen, persönlich –professionelle Zielorientierung. Spielerisches Kennen lernen mit Kindern und in Gruppen. Erstinterview mit Kindern und Jugendlichen. Lösungsorientierte Ansätze und Erstinterventionen.

Besonderheiten der Therapie mit sehr jungen Kindern im Alter von 0-5 Jahren (Frühe Interaktion, Videobeobachtung und –analyse, typische Symptomkonstellationen, Trennungssituationen, Kindergarten)

2. Blockseminar: Von der Diagnostik zum Kontrakt mit Kindern und Jugendlichen

System- u. Prozessdiagnostik, Problem- und Ressourcendiagnostik mit Kindern und Jugendlichen. Standardisierte Verfahren, Vertiefung projektiver Tests. Diagnostik, die Spaß macht und Veränderungsmotivation weckt. System- u. Prozessdiagnostik als Weg zur Kontraktbildung.

3. Blockseminar: Entwicklungskontexte von Kindern und Jugendlichen

Grenzen zwischen Psychotherapie und Psychiatrie. Kontextanalyse mit system-, symptom- und ressourcenorientiertem Fokus. Indikationen für Einzel-, Gruppen- und Familientherapie, sowie sprachliche und nicht-sprachliche Methoden Kriterien für ambulante bzw. stationäre Therapie. Kontraktbildung mit Vernetzungs- und Kontextarbeit. Besonderheiten der Therapie mit Kindern im (Grund)schulalter  (typische Symptomkonstellationen, Aufmerksamkeit und Unaufmerksamkeit, Aggressivität, Schulleistungsprobleme, methodische Zugänge)

4. Blockseminar: Spieltherapeutische Methoden

Spieltherapeutische Ansätze, ihre vielfältigen und kreativen Methoden und deren Vertiefung in der Sandspieltherapie mit Kindern und Jugendlichen. Die Sandspieltherapie in der systemischen Arbeit und in eigenen vertieften Prozessen. Muster und Übertragungen in der therapeutischen Beziehung und wie man sie für die Therapie nutzen kann. Einführung in die Marte Meo Methode

5. Blockseminar: Hypnoimaginative Methoden

Arbeit mit Imagination, kreativ- und hypnotherapeutischen Zugängen (Externalisierung, , imaginäre Helfer, Arbeit mit Metaphern, Märchen, therapeutischen Schatzkisten, Experimenten, Malen und Modellieren, Verschreibungen, Ego-States,). Spezielle Symptome bzw. Phänomene (Ängste, Zwänge, Depressivität, Essstörungen, Trauma etc.) als kreative Leistungen und Lösungsversuche verstehen. Systemische Gruppentherapie mit Kindern und Jugendlichen und multifamilientherapeutische Angebote. Besonderheiten der Therapie mit Jugendlichen (typische Symptomkonstellationen (s.o.), Entwicklungsaufgaben, Methodenpool)

6. Blockseminar:  Abschluss systemtherapeutischer Prozesse

Arbeit mit Ritualen und Symbolen, besondere Abschiedskontexte von Kindern (Trennung, Heim- bzw. Klinikeinweisung, kulturelle Entwurzelung). Abschluss von systemischen und therapeutischen Prozessen. Abschlusskolloquium über die Therapeutenentwicklung. Abschlussfeier und Abschied mit Zertifikatsvergabe.

Ziele und Abschluss

Ziele

  • einen individuellen therapeutischen Stil entwickeln, der die persönlichen Stärken berücksichtigt und Zufriedenheit in der alltäglichen Berufspraxis ermöglicht
  • die systemische „Schatzkiste“ für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entdecken und einsetzen lernen
  • eigene Ressourcen als kreatives persönliches Potential entdecken
  • die Vielfältigkeit unterschiedlicher Therapierichtungen und Interventionsformen kennenlernen (Spieltherapie, Maltherapie, Traumatherapie, Hypnotherapie)
  • ressourcenorientierte und störungsspezifische Arbeitsformen einüben
  • therapeutisches Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen in und mit unterschiedlichen Familienkonstellationen

Abschluss

Teilnahme und erfolgreicher Abschluss werden mit dem Zertifikat Systemische/r Kinder- und Jugend­lichentherapeut/in (ifs) bescheinigt.

Bei Vorliegen aller Bedingungen kann das Dachverbandszertifikat (DGSF) als Systemischer Kinder- und Jugendlichentherapeut/in beantragt werden.

 

 

 

Kosten und Finanzierung

Die Kosten der gesamten Weiterbildung belaufen sich auf: 2.700,00 Euro.

zahlbar in Raten (eine erste große Rate à 720,00 EUR und 18 mtl. Raten à 110,00 EUR)

zzgl. Aufnahme- und Abschlussgebühr je 100,00 Euro.

 

Zahlungshinweise:

  • Bei einmaliger Zahlung des Gesamtbetrages vor Weiterbildungsbeginn gewähren wir einen Rabatt von 3%
  • Wir bieten die Möglichkeit einer bequemen monatlichen Ratenzahlung, die wir gerne nach Ihren Bedürfnissen gestalten

Förderung 

Es besteht die Möglichkeit der Förderung durch den NRW Bildungsscheck oder die Bildungspramie. Weitere Infos dazu finden Sie hier!

Termine und Anmeldung

KIJU 12

Termine der Blockseminare

BL 01  05.11. - 07.11.2015

BL 02  15.01. - 16.01.2016

BL 03  15.04. - 16.04.2016

BL 04  09.09. - 10.09.2016

BL 05  20.01. - 21.01.2017

BL 06  04.05. - 06.05.2017

 

 Seminarzeiten:

Dreitägige Seminare
Do,  15:00 - 19:30
Fr,   09:30 - 19:30
Sa,  09:00 - 17:00

 

Zweitägige Seminare
Fr,  11:00 - 19:00
Sa, 09:00 - 17:00

 

 

Supervision

Fr,  14:00 – 19:30
Sa, 09:00 – 17:30

Termine werden in der Weiterbildung bekannt gegeben.

 

 

Die Anmeldung zur Weiterbildung ist erst nach dem Besuch eines Einführungstages möglich.

 

Bitte melden Sie sich dazu frühzeitig an: