Aufbaukurs: Systemische Familientherapie (Offenes Curriculum - für Quereinsteiger: Modul 2)

Die Aufbau-Weiterbildung Systemische Familientherapie richtet sich an Kolleginnen und Kollegen, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits über eine Systemische Weiterbildung ver­fügen und die Möglichkeit eines Quereinstieges nutzen möchten.

 

Um direkt in Modul 2 starten zu können, muss eine Beraterqualifikation auf DGSF-Niveau (mind. 550 UE) vorliegen.

 

Der  nächste Durchgänge beginnt:

Juli 2017

 

 

Einführung in die Weiterbildung

Konzept

Die Systemische Beratung und Familientherapie ist eine psychosoziale Sichtweise von Störungen und Kon­flikten. Der systemische Ansatz geht dabei von einem ganzheitlichen Menschen­bild aus und sieht Familien, Gruppen oder Organisationen als lebendige Organismen, die in einem ständigen Prozess stehen.

Systemische Beratung und Familientherapie erweitern den psychotherapeutischen Bezugs­rahmen vom Einzelnen auf das gesamte System, z. B. die Familie.

Dabei wird der Hilfesuchende (Familienmitglied oder Mitarbeiter) als Symptomträger ge­sehen und nicht als Ursache einer Störung, die schuld ist an den Problemen der Familie. Aus dem "Auffälligen" wird „der auffallende Hinweis“ auf noch ungelöste soziale Konflikte.

Zielgruppe und Zugangsvoraussetzungen

Zielgruppe

Angesprochen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der psychosozialen Versorgung, dem Ge­sund­heits­system, der Jugendhilfe und der Bildungsarbeit etc. (zum Beispiel Psychologen, Sozial­ar­beiter, Sozial­pä­da­gog­en, Erzieher, Heilpädagogen, Pädagogen, Ärzte, Theologen etc.)

Die multiprofessionelle Zusammensetzung der Weiterbildungsgruppe aus Therapie, Bera­tung, Bildungs- und Kulturarbeit soll die Buntheit des systemischen Ansatzes in der Zu­sam­men­setzung der Weiter­bildungs­gruppe widerspiegeln.

 

Zugangsvoraussetzungen

  • die Bereitschaft für ein selbsterfahrungsorientiertes Lernen
  • ca. zwei Jahre Berufserfahrung in einem psychosozialen Arbeitsfeld
  • Möglichkeit zur Umsetzung systemischer/familientherapeutischer Vorgehensweisen mit Paaren, Familien und Gruppen während der Weiterbildung
  • Es ist wünschenswert, wenn bereits Selbsterfahrung/Eigentherapie und/oder Supervision zum Weiterbildungsbeginn vorliegen.

Einstieg in Modul 1:

für Beraterabschluss: Berufsausbildung im psychosozialen Bereich oder ein sozial- oder humanwissenschaftlicher (Fach-)Hochschulabschluss

zum Einstieg in Blockseminar 1: eine Grundweiterbildung im Systemischen Feld (Systemisches Denken und Arbeiten, Systemisch Kompakt oder ähnliches) im Umfang von mind. 100 UE

Quereinstiege in die Weiterbildung sind je nach Vorqualifizierung der Interessenten möglich.

 

Einstieg in Modul 2 / Aufbauweiterbildung Familientherapie:

für Therapieabschluss: ein sozial- oder humanwissenschaftlicher (Fach-)Hochschulabschluss

und eine abgeschlossene Grundweiterbildung im Systemischen Feld i.d.R. Systemische Beratung / Familienberatung im Umfang von mind. 550 UE

Weiterbildungsorganisation

Die Aufbau-Weiterbildung erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. 1 ½ Jahren.

 

Weiterbildungsorganisation

  • Einführungsveranstaltung
  • 5 bzw. 6 Blockseminare à 2, 3 oder 4 Tage (ings. 20 Tage, je Tag 9 Ustd)

  • 6 - 7 Tage Familienrekonstruktion (wenn nicht bereits während Modul 1 belegt)
  • 12 Supervisionstage (jeweils Freitag/Samstag mit 16 Ustd.)
  • 8 Peergruppentage/Intervisionstage
  • Erstellung der Evaluation therapeutischer Kompetenz
  • Literaturarbeit

Praxisnachweise für die Erlangung eines Zertifikats Systemische Therapie/Familientherapie

(Praktische Leistungen aus DGSF-anerkannten Beraterweiterbildungen können angerechnet werden!)

  • 200 Stunden eigene therapeutische Praxis
  • 200 Kurzprotokolle über die therapeutische Praxis
  • Erstellung von 4 Fallberichten
  • 3 Live-/Videosupervisionen

Weiterbildungsinhalte

Kontinuierliche und wiederkehrende Elemente während der Weiterbildung:

  • Die systemische Selbsterfahrung bildet im ersten Weiterbildungsabschnitt und besonders in der Familienrekonstruktion einen zentralen Bestandteil.
  • Die Entwicklung der individuellen Berater- und Therapeutenpersönlichkeit ist Thema in allen Weiterbildungsabschnitten.
  • Während der Weiterbildung werden unterschiedliche familientherapeutische und systemtherapeutische Schulen und Ansätze vorgestellt und trainiert.
  • Bei jedem Blockseminar werden Triaden (Dreiergruppen) gebildet, die den persönlichen Lernprozess unterstützen sollen.
  • Während der Blockseminare ist das kontinuierliche Berater- und Therapeutentraining ein zentrales didaktisches Mittel zum Erlernen und Erfahren systemischer Kompetenzen.
  • Die Supervision dient der ständigen Begleitung der beraterischen und therapeutischen Praxis.
  • Die Begleitung des Prozesses der Weiterbildungs- und Lerngruppe dient als analoges Lernfeld für systemische Lernprozesse.
  • Theorievermittlung, Therapeutentraining, Demonstrationen, Selbsterfahrung, Metareflexion und Prozessbegleitung greifen ineinander.
  • Neben Ideen und Methoden aus Familien- und Systemtherapie kommen Anteile aus Psychodrama, NLP, Hypnotherapie und Tiefenpsychologie zum Einsatz.

 

Inhalte der Weiterbildungsabschnitte:

Modul 2:

Blockseminar 7: Vom Anlass zum Ziel

Kennenlernen, Bildung des Weiterbildungssystems, Entwicklung eines Zielspektrums, Erkundungen in den Lernlandschaften der Teilnehmer, zum Stand der Systemischen Therapie, Entwicklungen und Verläufe systemischer Therapie. Vom Anlass bis zum Ziel einer Systemischen Therapie.  Systemische Hypothesen als Leitfaden der systemischen Therapie.

Blockseminar 8: Prozessvertiefung in der systemischen Therapie

und Work­shop­an­gebote

Vertiefung Systemische Hypothesen und Auf­trags­gestaltung, Co-Therapie, Kriseninterventionen in der Systemischen Therapie.

Spezielle therapeutische Fragestellungen. Außer­dem werden Workshops zu besonderen therapeutischen Fragestellungen an­ge­bot­en (Um­gang mit Gewalt, Traumafolgestörungen, psychiatrischen Krankheitsbildern, Sexuali­tät, Scheidung etc.).

Blockseminar 9: Paartherapie

Paar­thera­pie, Paardynamiken, besondere Paarthemen, Prozessgestaltung in der Paar­therapie, es­ka­lie­rende, harmonisierende, verleugnende Paardynamiken.

Blockseminar 10: Systemische Diagnostik

Prozessdiagnostik, ICD 10 Diagnosen und systemische Entstörung, Familiendiagnostik.

Blockseminar 11: Systemische Therapie mit Einzelnen

Techniken der Einzeltherapie: Externalisierungen, Timeline, Imaginationen, Arbeit mit der inneren Familie, Ego State Arbeit, Arbeit mit inneren und äußeren Prozessdynamiken, Dissoziations­tech­niken, Interventionen zwischen den Sitzungen, sog. Abschluss­inter­ven­tion­en in therapeutischen Kontexten etc.

Blockseminar 12: Systemisches Arbeiten in Gruppen und Abschluss der Weiterbildung

Einüben systemischer Techniken in Gruppenkontexten. Selbstsupervision. Abschließen sys­te­mischer Prozesse, die letzte Sitzung, Arbeit mit Ritualen. Abschied und Abschluss der Weiter­bil­dung. Die Prozessauswertung und das Abschlusskolloquium schließen den Prozess ab.

 

Familienrekonstruktion:

Die Familienrekonstruktion hat einen zentralen Stellenwert in dieser Weiterbildung. In der Familienrekonstruktion werden die Muster und Ressourcen der Herkunftsfamilie bearbeitet und Entwicklungs­mög­lich­keiten er­ar­beitet. Jede/r Teilnehmer/in stellt während der Rekonstruktion ihr/sein Genogramm vor, um an­schließend anhand einer erarbeiteten Fragestellung in einer szenischen Arbeit einen Ent­wick­lungs­prozess anzustoßen.

Der Zeitpunkt der Familienrekonstruktion ist frei wählbar. In jedem Kalenderjahr wird ein Termin angeboten.

Ziele und Abschluss

Die Weiterbildung ist so organisiert, dass mit erfolgreichem Abschluss von Modul 1 der Abschluss „Familienberater/in / Systemische/r Berater/in“ erworben werden kann und mit erfolgreichem Abschluss von Modul 2 der Abschluss „Systemische/r Familientherapeut/in“. Mit dem Zertifikat des ifs kann dann bei der SG und der DGSF ein Dachverbandszertifikat beantragt werden.

Quereinstiege: Berater mit DGSF- Anerkennung könnten zum Block 7 einsteigen. Sie besuchen dann noch 5 Seminare und 12 Tage Supervision, also insgesamt 32 Tage. Zusätzlich müssen die entsprechenden Praxisleistungen erworben werden. Danach kann der Abschluss „Systemische/r Familientherapeut/in“ erworben werden. Die Praxisleistungen aus den DGSF - Berater­weiter­bildungen können anerkannt werden.

Weitere Quereinstiege sind zu jedem Blockseminar möglich. Der Zeitpunkt des Einstiegs richtet sich nach Umfang und Anerkennung der vorherigen Weiter­bildung.

Kosten und Finanzierung

Kosten:

Modul 2 / Aufbaukurs Familientherapie  

4.200,- EUR zzgl. Aufnahme- und Abschlussgebühr von je 100,00 Euro.

 

 

Ggf. zzgl. 780,- EUR Familienrekonstruktion, wenn noch nicht in Modul 1 belegt.

 

 

Zahlungshinweise:

  • Bei einmaliger Zahlung des Gesamtbetrages vor Weiterbildungsbeginn gewähren wir einen Rabatt von 3%
  • Wir bieten die Möglichkeit einer bequemen monatlichen Ratenzahlung, die wir gerne nach ihren Bedürfnissen gestalten

Förderung 

Es besteht die Möglichkeit der Förderung durch den NRW Bildungsscheck oder die Bildungspramie. Weitere Infos dazu finden Sie hier!

 

 

Bildungsurlaub

Für die Weiterbildung kann Bildungsurlaub beantragt werden.

Zur Info: Arbeitnehmer, die einen Freistellungsanspruch nach dem Arbeitnehmer­weiter­bildungs­ge­setz (AWbG) haben, können den Anspruch von 2 Kalenderjahren auch zusammenfassen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: die Vor­griffs­zusammenfassung und die Rücktritts­zu­sam­men­fassung. Dies ist in §3 des AwbG vom 28.03.2000 geregelt.

Einführungstage

Allgemeiner Informationsnachmittag zur systemischen Weiterbildungslandschaft des ifs

Diese Infoveranstaltung richtet sich an Interessierte, die sich im Weiterbildungs-Dschungel verlaufen haben und eine Orientierung suchen, welche Systemische Weiterbildung für Sie passen könnte.

Termine und Anmeldung

Termine der Blockseminare der demnächst startenden Kurse:

 

Modul 1

Termine sind in Planung.

 

Modul 2 (Einstieg für Berater als Aufbaukurs zum Therapie-Abschluss)

Termine sind in Planung.

 

Seminarzeiten:

Abweichungen bei den Uhrzeiten möglich, insbesondere beim Abschlussblock. Genaue Seminarzeiten erhalten Sie beim Einführungstag im Terminplan.

 

Seminarzeiten in Modul 1:

1. Tag:            11:00 -  18:30 Uhr

2.+3. Tag:       09:30 - 18:30 Uhr

4. Tag:            09:30 - 13:00 Uhr

 

Seminarzeiten in Modul 2 (i.d.R.):

1. Tag:            11:00 -  19:30 Uhr

2.+3. Tag:       09:30 - 19:30 Uhr

4. Tag:            09:30 - 13:00 Uhr

 

Termine der Offenen Familienrekonstruktion:

Termine sind in Planung.

 

Einführungsnachmittag (kostenfrei)

 

Eine verbindliche Anmeldung zur Weiterbildung ist erst nach dem Besuch eines Einführungstages möglich.

Bitte melden Sie sich daher frühzeitig im unten stehenden Buchungsformular für einen Einführungsnachmittag an.