Approbation
 

ifs bundesweit als erste Ausbildungsstätte anerkannt

ifs Essen wird als erste systemische Aus­bildungs­stätte staatlich anerkannt

 

Es ist eine bundesweite Premiere: Als erste Einrichtung ihrer Art wird das Essener Institut für systemische Familien­therapie, Super­vision und Organisationsentwicklung (ifs) nun auch staatlich als Aus­bildungsstätte für Kinder- und Jugend­lichen­psycho­thera­peuten im Vertiefungsgebiet Systemische Therapie anerkannt. Am 22. No­vem­ber 2010 wird die An­er­kennungs­urkunde vom nordrhein-westfälischen Landes­prü­fungs­amt für Medizin, Psycho­therapie und Pharmazie über­reicht.

 

„Wir haben uns seit einigen Jahren um die staatliche Anerkennung als Aus­bil­dungs­stätte be­müht und sind deshalb sehr stolz darauf, diesen wichtigen Schritt geschafft zu haben“, sagt Reinert Hanswille, der das Institut seit 1998 leitet. Erst 2008 war die „Systemische Therapie“ vom wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie der Bundesregierung über­haupt wissen­schaftlich anerkannt worden, durch die staatliche Anerkennung hat das ifs nun die nächste Stufe erreicht. „Wir hoffen“, so Hanswille, „damit eine Art Vorreiterposition ein­zunehmen, damit nach und nach immer mehr systemische Aus- und Weiter­bildungs­institute staatlich anerkannt werden.“

 

Das ifs bildet seit 1988 systemische Familientherapeuten und Supervisoren aus. Gerade in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie hält Hanswille die Systemische Therapie für prädestiniert, „denn sie sieht das Kind nicht als alleinigen Symptom­träger oder Störenfried, der ein problematisches Verhalten zeigt. Die systemische Therapie bezieht die Familie und ihr Umfeld mit ein, da diese sowohl bei der Entstehung und Aufrechterhaltung, aber auch bei der Veränderung und Auf­lösung von Problemen und Symptomen eine wichtige Rolle spielen. Deshalb müssen sich auch die Eltern verändern, wenn sie ihre Kinder unterstützen wollen. Außerdem fördert der systemische Ansatz die Stärken und Ressourcen, die in jeder Familie vor­handen sind, und will diese fördern.“

 

Aktuell lassen sich etwa 500 Psychologen, Pädagogen und Sozialpädagogen beim ifs fort- und weiterbilden. Insgesamt wird der systemische Ansatz durch die Approbation wohl deutlich an Akzeptanz gewinnen. Nun steht einzig die sozial­recht­liche Anerkennung noch aus. „Bisher kann man als systemischer Psycho­therapeut noch nicht über die gesetzlichen Kranken­ver­sicherungen abrechnen“, sagt Reinert Hanswille, „aber wir sind zuversichtlich, dass wir auch diese Hürde in naher Zu­kunft nehmen können.“ Zurzeit sind insgesamt nur 40% aller approbierten Psycho­logischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen­psycho­thera­peuten im Kammerbezirk NRW niedergelassen und können mit den Krankenkassen ab­rechnen.

 

 

 

Der erste offizielle Ausbildungsjahrgang soll im April 2011 beim ifs an den Start gehen, mit etwa 15 zukünftigen systemischen Kinder- und Jugend­lichen­psycho­thera­peuten. Diese absolvieren im Laufe der fünfjährigen (Teilzeit-) Ausbildung sowohl Theorie­seminare als auch praktische Ausbildungsphasen, wie in der Klinik oder bei Kinder- und Jugendpsychiatern. Für die Zukunft hat das ifs dann noch ein weiteres Ziel: „Wir hoffen“, so Hanswille, „deutlich mehr Ausbildungsplätze an­bieten zu können, denn die Nachfrage ist sehr groß und der Be­darf an gut ausgebildeten systemischen Kinder- und Jugend­lichen­psychotherapeuten wächst ständig.“

 

 

 

Kontakt:

Reinert Hanswille (Institutsleiter)

ifs – Institut für Systemische Familientherapie, Supervision und Organisationsentwicklung

Bochumer Str. 50

45276 Essen

 

Tel.                 0201 - 848 65 60

E-Mail:            info@ifs-essen.de

Internet:         www.ifs-essen.de